17.10.2017, 10.17 Uhr

Dänische Dokumentation: Nicht verkauft? H&M verbrennt 12 Tonnen neue Kleidung

Neu, ungetragen, für H&M Zeit zum Verbrennen. Nach Anschuldigungen einer dänischen Doku soll das Label tonnenweise Kleidung verbrennen. Keine gute Werbung für eine Modefirma, die gerade um ihre Existenz bangt.

H&M soll überproduzierte Kleidung einfach verbrennen. Bild: dpa

H&M ist seit einiger Zeit in Bedrängnis. Die wachsende Online-Konkurrenz macht es dem dänischen Modehaus schwer. Neuste Anschuldigungen dürften der Beliebtheit auch noch auf die Sprünge helfen. Angeblich verbrennt das Label tonnenweise unverkaufte Kleidung.

H&M wird beschuldigt tonnenweise Kleidung zu vernichten

Wie der dänische Sender TV2 herausgefunden haben will, soll H&M der schwedische Modekonzern H&M jährlich mehrere Tonnen neuer und nicht gebrauchter Kleidung in einer Verbrennungsanlage in der dänischen Stadt Roskilde vernichten. Jährlich sollen dabei zwölf Tonnen Neuware verbannt worden sein.

Besonders Kurios: H&M macht seit geraumer Zeit Werbung damit alte Kleidung zu recyceln: "Bringen Sie uns Ihre aussortierte Kleidung, ganz gleich von welcher Marke oder in welchem Zustand sie ist. Wir sorgen dafür, dass etwas Neues daraus entsteht. Werfen sie Mode nicht in den Müll", heißt es auf Plakaten in den Mode-Geschäften. Sollten die Enthüllungen der Dokumentation wahr sein, würde das im kompletten Widerspruch zueinander stehen.

Defekte Kleidung? H&M streitet Vorwürfe ab

H&M wehrte die Vorwürfe vehement ab. Es handle sich bei der verbrannten Kleidung um defekte Ware. Schimmelbefall oder eine zu hohe Konzentration von gesundheitsschädlichen Stoffen wie etwa Blei seien der Grund für die Vernichtung gewesen, heißt es in der Enthüllungsdoku. TV2 widerspricht dieser Erklärung jedoch. Eine Analyse der aussortierten Kleidung hätte ergeben, dass diese weder von Schimmel befallen wäre, noch der Bleigehalt zu hoch gewesen sei.

TV2 geht hingegen davon aus, dass H&M schlicht und einfach überproduziert und die Vernichtung der Kleidung für den Konzern die günstigste Entsorgungsmöglichkeit sei.

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