F8 Facebook-Konferenz 2017: So will Facebook virtuelle Objekte in die reale Welt bringen

Mark Zuckerberg hat eine neue Vision: Facebook soll zu einer Plattform werden, auf der sich virtuelle Inhalte mit der Realität vermischen. Statt Spezialbrillen sollen Smartphones der Technologie den Weg ebnen.

Mark Zuckerberg stellt neue Entwicklungen auf der F8 Facebook Konferenz vor, die vom 18. bis 19. April 2017 stattfindet. Bild: dpa

Facebook will eine neue Plattform rund um die sogenannte erweiterte Realität aufbauen, bei der virtuelle Objekte in die reale Umgebung integriert werden. Das Smartphone mit Kamera und Bildschirm werde dafür das entscheidende Geräte sein, sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag zur Eröffnung der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8. Dabei gehe es zum Beispiel um Spiele - aber auch etwa um Kunstwerke, die für Betrachter auf einem Smartphone-Bildschirm auf weißen Wänden in der Stadt auftauchen könnten. Oder Nachrichten, die nur für bestimmte Leute auf dem Display sichtbar werden könnten. "Wir fangen heute an, diese neue Plattform zu bauen."

Mark Zuckerberg setzt auf virtuelle Realität

Facebook ist nicht allein auf diesem Weg. Auch Apple-Chef Tim Cook betonte wiederholt, das Konzept der "erweiterten Realität" (Augmented Reality) sei sehr zukunftsträchtig. Und der Foto-Dienst Snapchat experimentierte zum Beispiel mit virtuellen Masken in Fotos und wurde damit von Facebook kopiert.

Zuckerberg setzte bisher stark auf die virtuelle Realität, bei der ein Nutzer mit Hilfe einer Spezialbrille komplett in virtuelle Welten eintauchen kann. So kaufte Facebook für zwei Milliarden US-Dollar den Brillen-Hersteller Oculus. Doch die Technologie blieb auch mit der ersten Oculus-Brille auf dem Markt bisher in der Nische. Zur F8 kündigte Facebook VR-Telefonate in seinem Kurzmitteilungsdienst Messenger an.

"Camera Effects Platform" auf F8 Facebook Konferenz 2017 vorgestellt

Insgesamt soll der Messenger viel stärker zu einem allumfassenden Kommunikationsservice ausgebaut werden. Dabei sollen Unternehmen im Messenger genauso leicht zu finden sein, wie Menschen, sagte der zuständige Top-Manager David Marcus auf der F8. Facebook will den Messenger auch zu der Plattform ausbauen, über die Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren. "Niemand ruft gern bei einer Firmen-Hotline an", betonte Marcus.

Dabei soll auch massiv Software zum Einsatz kommen, die automatisch mit den Nutzern kommunizieren kann, sogenannte Bots. Ein Jahr nach dem Start dieser Plattform seien bereits 100.000 Bots bei Facebook aktiv, sagte Marcus. Die Software wurde nach anfänglichem Hype zunächst in vielen Fällen kritisiert. Jetzt werden die Funktionen der Plattform weiter ausgebaut.

F8 2017 von Mord auf Facebook überschattet

Überschattet wurde die Konferenz von der Fahndung nach einem Mann, der am Wochenende einen Rentner erschoss und ein Video des Mordes bei Facebook veröffentlichte. Facebook blockierte das Profil des mutmaßlichen Täters zwar binnen 23 Minuten nach dem ersten Hinweis auf das Mordvideo - zu diesem Zeitpunkt war es aber bereits gut zwei Stunden online. Das zeige, dass Facebook noch Arbeit vor sich habe, sagte Zuckerberg auf der F8. "Wir werden weiterhin alles tun, was wir können, um solche Tragödien zu verhindern." Der tagelang gesuchte Mann tötete sich kurz vor Beginn der Konferenz nach einer kurzen Verfolgungsjagd laut Polizeiangaben selbst.

Was steckt hinter der F8 Konferenz von Facebook?

Die Entwicklerkonferenz F8 von Facebook findet in diesem Jahr vom 18. bis zum 19. April statt. Die zweitägige Konferenz F8 richtet sich nicht nur an Entwickler im engeren Sinne, sondern ist auch für Geschäftspartner von Facebook interessant. Sie können von Konzern-Chef Mark Zuckerberg persönlich erfahren, welche Richtung Facebook in den kommenden Monaten einschlagen wird. Die externen Programmierer haben aber auch die Möglichkeit, von Entwicklern bei Facebook Details zu den technischen Schnittstellen des weltgrößten sozialen Netzwerks zu erfahren, aber auch von den anderen Facebook-Diensten Instagram, Messenger und WhatsApp sowie zu der VR-Brille Oculus.

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kad/news.de/dpa

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