"Deutschland beutet die EU und die USA aus": Trump greift Deutschland an

Die Schüsse aus dem Lager des neuen US-Präsidenten auch in Richtung Deutschland sind nicht mehr zu überhören: Donald Trumps Wirtschaftsberater attackierte jetzt die Bundesrepublik und warf Deutschland vor, mithilfe eines "schwachen" Euro seine EU-Mitgliedsstaaten ebenso wie die USA bewusst "auszubeuten".

US-Präsident Trump und der Stabschef des Weißen Hauses, Reince Priebus (l), und der Leiter des Nationalen Handelsrates, Peter Navarro (r). Bild: Evan Vucci/AP/dpa

Peter Navarro (67), Wirtschaftsberater des neuen US-Präsidenten Donald Trump, hat in einem Interview scharf gegen Deutschland geschossen: Die Bundesrepublik sei verantwortlich für einen schwachen Euro und "beute" die anderen EU-Mitgliedsstaaten ebenso wie die USA bewusst "aus", sagte er in einem Interview mit der Financial Times.

Wirtschaftsberater von Donald Trump: "Der Euro ist eine implizite Deutsche Mark"

Mithilfe eines "grob unterbewerteten Euro" verschaffe sich Deutschland "unfaire Handelsvorteile", so Navarro. Der Euro sei "eine implizite Deutsche Mark" und dessen niedriger Wert verschaffe der Bundesrepublik Vorteile gegenüber den wichtigsten Handelspartnern. Darüber hinaus spiele Deutschland eine zentrale Rolle in der Verhinderung eines US-Handelsvertrags mit der EU: Es seien vorrangig die Deutschen gewesen, die frühzeitig die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP für gescheitert erklärt hätten.

Navarro war von Präsident Trump als "Direktor für Handel und Industriepolitik" zum Leiter eines neuen "Nationalen Handelsrats" ernannt worden. Beide gelten als Kritiker der Handelsbeziehungen ihres Landes mit asiatischen Ländern: Donald Trump warf China und Japan zuletzt vor, ihre Währungen zu manipulieren.

Nach Kritik durch Peter Navarro: Euro hält Gewinne weitgehend

Der Euro hat am Mittwoch (01.02.2017) im frühen Handel leicht nachgegeben, seine deutlichen Gewinne vom Vortag nach der Kritik von Navarro blieben aber weitgehend erhalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0785 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0630 (Freitag: 1,0681) Dollar festgesetzt. Am Vortag hatte der Euro um rund ein Prozent zugelegt, nachdem der Berater des US-Präsidenten den Euro als "grob unterbewertet" bezeichnet hatte.

Am Abend steht eine Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed an. Experten rechnen mit keiner Veränderung des Leitzinses: "Die Fed hat keinen Anlass, dem Markt irgendetwas anderes zu signalisieren, als das, was sie ihm seit Dezember vermittelt", schreibt Antje Praefcke, Expertin bei der Commerzbank. Demnach ist die Wirtschaft auf Wachstumskurs, die Geldpolitik wird allmählich normalisiert - aber zunächst ist abzuwarten, wie die künftige US-Fiskalpolitik aussieht.

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lid/jat/news.de

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