Kritik an Arbeitsministerin Andrea Nahles: Neue Pläne für Flüchtlingsjobs sind "Bürokratie-Irrsinn"

Flüchtlinge, die teils monatelang auf die Bearbeitung ihres Asylantrages warten müssen, sollten nach dem Willen von Andrea Nahles eigentlich schnell und einfach bereits in ihren Unterkünften Arbeit bekommen. Doch ihre nun bekannt gewordenen Pläne für die Integration von 100.000 Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt sorgen für mächtig Kritik: "Bürokratie-Irrsinn" wird dem Vorhaben der Arbeitsministerin vorgeworfen. Was ist passiert?

Steht aufgrund ihrer Pläne zur Integration von Asylbewerbern in den deutschen Arbeitsmarkt zunehmend in der Kritik: Arbeitsministerin Andrea Nahles. Bild: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Arbeitsministerin Andrea Nahles (46, SPD) hatte im März angekündigt, Asylsuchenden einen schnellen und einfachen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Flüchtlinge, die auf die Bearbeitung ihres Asylantrags warten, sollten bereits in ihren Unterkünften tätig werden um so mit der deutschen Arbeitskultur vertraut gemacht zu werden. Doch wie die "Welt" jetzt berichtet, stehen die Pläne der Arbeitsministerin zunehmend in der Kritik.

100.000 neue Ein-Euro-Jobs für Asylbewerber geplant - mit Vergütung von 80 Cent pro Stunde

Zum einen soll Nahles 100.000 neue Ein-Euro-Jobs planen. Statt der üblichen 1,05 Euro pro Stunde will sie den Flüchtlingen allerdings nur 80 Cent pro Stunde auszahlen lassen. Die Begründung: Da diese in ihren Unterkünften eingesetzt werden sollen, entstünden keine Kosten für Anfahrten oder auswärtige Verpflegung.

Doch wie die "Welt" weiter schreibt, kommt eine weitere Regelung hinzu - und zwar die, nach der 75 Prozent der neuen Arbeitsgelegenheiten außerhalb der Flüchtlingseinrichtungen liegen sollen. Diese sogenannten "externen" Einsätze sollen der Integration dienen. Eine geringere Bezahlung trifft also auf ganze 75.000 der 100.000 Flüchtlinge gar nicht mehr zu.

75.000 von 100.000 Arbeitsgelegenheiten extern: Mehraufwendungen sollen erstattet werden

Diese sollen sich, wenn es nach dem Willen der Arbeitsministerin geht, Mehraufwendungen für Anfahrt oder Verpflegung einzeln erstatten lassen. Doch die zuständigen Städte und Landkreise beklagen dies als "unverhältnismäßigen Aufwand", wie die "Welt" den Vertreter des Deutschen Städtetages, Helmut Fogt, zitiert.

Die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer, sagte der Zeitung: "Die Anhörung zum Integrationsgesetz hat die 80-Cent-Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber von Arbeitsministerin Nahles endgültig als Bürokratie-Irrsinn entlarvt."

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lid/sba/news.de

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