Rundfunkbeitrag
GEZ-Urteil! Rundfunkbeitrag ist KEINE Steuer

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat erklärt, dass der Rundfunkbeitrag nicht der Verfassung widerspreche. Das hatten Kritiker behauptet, die den vollen Beitrag zahlen müssen, obwohl sie weder Fernseher noch Radio besitzen.

Der Rundfunkbeitrag, der die frühere Rundfunkgebühr abgelöst hat, wird seit Januar 2013 pro Wohnung erhoben. Bild: Caroline Seidel/dpa

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Rundfunkbeitrag für verfassungsgemäß erklärt. Ein entsprechendes Urteil verkündeten die Richter heute in Leipzig.

Rundfunkbeitrag ist verfassungsgemäß

Am Mittwoch und Donnerstag hatte der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts die ersten Klagen gegen das aktuelle Beitragsmodellverhandelt, das die privaten Kläger für ungerecht und verfassungswidrig halten. Sie müssen den Beitrag von derzeit 17,50 Euro im Monat bezahlen, obwohl sie gar kein Rundfunkgerät oder nur ein Radio besitzen.

Schon in sämtlichen Vorinstanzen waren die Klagen erfolglos geblieben. Das Bundesverwaltungsgericht schloss sich nun der bisherigen Rechtsprechung an. Der Rundfunkbeitrag, der die frühere Rundfunkgebühr abgelöst hat, wird seit Januar 2013 pro Wohnung erhoben. Dabei spielt keine Rolle, ob es darin überhaupt Rundfunkgeräte gibt oder nicht. Beklagte in den Verhandlungen in Leipzig waren der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Bayerische Rundfunk (BR). Sie hatten argumentiert, es sei gerechtfertigt, den Rundfunkbeitrag pro Wohnung zu erheben, weil Rundfunk überwiegend dort empfangen werde und es in annähernd allen Wohnungen die Möglichkeit dazu gebe.

Kläger erklären: Rundfunkbeitrag sei versteckte Steuer

Die Kläger hatten außerdem kritisiert, der Rundfunkbeitrag sei eine versteckte Steuer. Die Sender hielten dem vor Gericht entgegen, der Beitrag, den die Bundesländer im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag geregelt haben, sei eine Abgabe, für die die Länder die Gesetzgebungskompetenz hätten.

Die Kläger haben nun die Möglichkeit, Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einzulegen. Im Juni sollen vor dem Bundesverwaltungsgericht weitere acht Klagen verhandelt werden und dann noch einmal vier im vierten Quartal des Jahres. Bei diesen letzten geht es um den Rundfunkbeitrag in gewerblichen Betrieben. Die Verhandlungstermine dafür stehen noch nicht fest.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

24 Kommentare
  • Yetischneider

    03.04.2016 19:44

    Gibt es doch in Italien auch, oder? Aber da heißt es "Schutzgebühr" und wird von der Mafia "eingetrieben"!!! Andere Länder - andere Namen!!!

    Kommentar melden
  • pecochia

    22.03.2016 14:21

    Ich zahle seit 2013 keine GEZ mehr. Nach langem hin und her haben die mein Beitragskonto GELÖSCHT ich habe dies auch schriftlich von der GEZ erhalten.

    Kommentar melden
  • pecochia

    22.03.2016 14:02

    @Fancy, man kann / sollte rechzeitig Widereinspruch gegen den / die Mahnbescheid(e) einlegen; wenn ein Vollstreckungsbescheid der GEZ raus ist und die einen "Titel" gegen die betroffene Person erwirkt haben, dann ist nichts mehr zumachen. Zahlen oder EV !!

    Kommentar melden

Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser