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Neue Studie das IfW: Nur jeder 50. Flüchtling findet Arbeit

2,7 Millionen: So viele Flüchtlinge werden laut Experten des Instituts für Weltwirtschaft bis 2017 Deutschland erreichen. Das Problem: nur jeder 50. von ihnen würde eine Arbeit finden. Dabei seien die Menschen "hoch motiviert."

"Wenn wir Langzeitarbeitslosen einen Job vermitteln wollen, erscheint leider nicht jeder zur Vorstellung im Betrieb. Von den Flüchtlingen kommen in der Regel alle. Sie sind hoch motiviert", erklärt Behörden-Chef Weise im Interview. Bild: dpa/ Oliver Killig

Die von "n-tv" zur Studie veröffentlichten Zahlen werfen jedoch Fragen auf. So würden die Experten des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zwar davon ausgehen, dass bis 2017 geschätzt 2,7 Millionen Migranten die Bundesrepublik erreichen - von denen "gut eine Million einen positiven Asylbescheid und damit eine Arbeitserlaubnis erhalten." Gleichzeitig würden jedoch nur 9.400 Flüchtlinge (2 Prozent oder jeder 50.) eine Arbeit finden, während 376.000 zusätzliche Arbeitslose entstehen.

Der Behörden-Chef sowohl der Bundesagentur für Arbeit (BA) als auch des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BaMF), Frank-Jürgen Weise, gibt sich indes pragmatisch und erklärt im "Bild"-Interview: "Der Auftrag ist, die Menschen, die zu uns kommen, aufzunehmen und in Arbeit zu bringen. Das ist der Auftrag, und daran arbeite ich. Ich glaube, die Aufgabe ist zu schaffen."

IfW gibt düstere Prognosen für Arbeitslosigkeit heraus: Firmen geben sich engagiert

Dazu soll das BaMF zunächst 3.700 neue Stellen erhalten und seine Mitarbeiterzahl somit verdoppeln. Ziel sei es, bis zum Ende nächsten Jahres den Rückstau von rund 360.000 Asylanträgen aufgearbeitet zu haben. Zudem soll die Bearbeitungsdauer für neue Fälle auf drei Monate im Schnitt reduziert werden. "Dazu müssen wir vorher aber noch einige Probleme mit dem Personalrat lösen, damit wir schnell die Besetzung der neuen Stellen vornehmen", so Weise.

Im Gegensatz zu den düsteren Prognosen würden sich derzeit viele Firmen bemühen, mehr Engagement für Flüchtlinge zu zeigen. Dadurch verbessere sich zum einen die Sprachkenntnis, "aber vor allem können Flüchtlinge ihre Fähigkeiten zeigen, auch wenn sie keine Zertifikate oder Abschlusszeugnisse haben. Wir geben da alle Hilfestellungen, die wir geben können."

Dunkelziffer von 600.000: "Von den Flüchtlingen kommen in der Regel alle"

Für deutsche Arbeitslose gibt der Behörden-Chef indes Entwarnung: Konkurrenz durch die in Deutschland eintreffenden Menschen würde nicht entstehen. "Wir unterscheiden gar nicht nach Flüchtling oder Einheimischem. Es geht um Ausbildung und Engagement für einen Job, nicht um die Herkunft. Ich muss allerdings auch sagen: Wenn wir Langzeitarbeitslosen einen Job vermitteln wollen, erscheint leider nicht jeder zur Vorstellung im Betrieb. Von den Flüchtlingen kommen in der Regel alle. Sie sind hoch motiviert."

Bleibt die Frage, was mit dem Rest der "gut eine Million" Menschen geschehen solle. Bei 9.400 arbeitenden und 376.000 erwerbslosen Flüchtlingen beträgt die Dunkelziffer hier immerhin noch mehr als 600.000 Menschen, die höchstwahrscheinlich nicht einfach verschwinden werden.

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mie/ruc/news.de

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