Armut in Deutschland: Fast jeder Zehnte ist überschuldet

Deutsche machen weiter Schulden. Trotz anhaltend guter Konjunktur können rund 6,7 Millionen Menschen in Deutschland ihre Schulden nicht mehr abtragen. In diesem Jahr trifft es vor allem Senioren.

Fast jeder zehnte Deutsche ist überschuldet. Bild: Jens Büttner/dpa

Trotz der guten Konjunkturlage ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Deutschland in diesem Jahr weiter gestiegen. Insgesamt seien rund 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre nicht mehr in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen in vollem Umfang nachzukommen, berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem vorgestellten "Schuldneratlas 2015". Das seien 44.000 Menschen mehr als im Vorjahr.

Schuldneratlas: Beinah jeder Zehnte in Deutschland überschuldet

Nahezu jeder Zehnte sei überschuldet. Besonders stark sei der Zuwachs bei den Senioren, betonte die Wirtschaftsauskunftei. So habe die Zahl der Schuldner in einem Alter ab 70 Jahren zwischen 2013 und 2015 um mehr als 35 Prozent auf rund 150.000 zugenommen. Bei den 60- bis 69-Jährigen liege das Plus bei 12,4 Prozent. Von Überschuldung spricht man, wenn ein Schuldner nachhaltig in Zahlungsschwierigkeiten gerät und seine Verbindlichkeiten in absehbarer Zeit nicht begleichen kann. Laut Creditreform liegt die Überschuldungsquote in Deutschland im Schnitt bei 9,92 Prozent.

Berlin und Bremen mit der höchsten Schuldnerquote

Deutliche Unterschiede gibt es beim Thema Verschuldung weiterhin zwischen den Bundesländern. Am geringsten ist der Prozentsatz der Schuldner der Untersuchung zufolge nach wie vor in Bayern (7,12 Prozent) und Baden-Württemberg (8,09 Prozent), am höchsten in Berlin (12,99 Prozent) und Bremen (14,08 Prozent). Auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit einer Schuldnerquote von 11,52 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Lesen Sie auch:"Überschuldungsreport 2015": Immer mehr Deutsche rutschen in die Schuldenfalle.

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jko/gea/news.de/dpa

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