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Im Ernst, Herr Bsirske?: Verdi-Boss ist gegen Tarifvertrag für Mitarbeiter

Frank Bsirske ist Chef der Gewerkschaft Verdi und kämpft als solcher für Tarifverträge und Lohnerhöhungen. Nur bei den eigenen Mitarbeitern scheint er da eine Ausnahme zu machen und tritt kräftig auf die Lohn-Bremse ...

Verdi-Bundesvorsitzender Frank Bsirske verwehrt seinen eigenen Mitarbeiter wofür er sonst kämpft, nämlich einen eigenen Tarifvertrag. Bild: Maja Hitij/dpa

Kein Tarifvertrag für Verdi-Beschäftigte!

Die Gewerkschaft Verdi (2 Millionen Mitglieder) kennt man als Kämpfer für Tarifverträge und kräftige Lohnerhöhungen. An der Spitze steht Frank Bsirske (63). Der verweigert seinen eigenen Angestellten jedoch, wofür seine Gewerkschaft eigentlich kämpfen sollte: Die rund 3.000 Verdi-Beschäftigten haben bislang noch keinen eigenen Tarifvertrag, berichtet die "Bild".

Verdi-Mitarbeiter bekommen nur magere Lohnerhöhung

In den Betriebsvereinbarung seien die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter geregelt. Außerdem biete der Vorstand der Gewerkschaft Verdi den eigenen Beschäftigten laut "Handelsblatt" gerade mal zwei Prozent mehr Lohn. Zum Vergleich: Im Kita-Streik im Frühjahr hatte unter anderem Bsirske zehn Prozent mehr für die Erzieher gefordert. Nun wehrt sich die Gewerkschaft der Gewerkschaftsbeschäftigten (GdG) und will mit Bsirske über einen Tarifvertrag verhandeln.

Empörung über das Verhalten des Verdi-Vorstandes

Gegenüber der "Bild" sagte der GdG-Chef Bernhard Stracke (65): "Herr Bsirske fordert immer Tarifverträge für alle Beschäftigten. Dann muss er das auch für Verdi-Mitarbeiter zulassen." Auch der CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs (66) äußerte sich empört: "Das Verhalten von Herrn Bsirske ist absolut inakzeptabel. Als Chef des Unternehmens Verdi muss er das für sich gelten lassen, was er bei anderen Betrieben fordert."

Gewerkschaft Verdi verteidigt sich

Doch was sagt Bsirske selbst zu den fehlenden Tarifverträgen seiner Beschäftigten? Der Gewerkschaftsboss lässt nur auf die Verdi-Satzung verweisen, die keinen Tarifvertrag vorsieht. Die "Bild" zitiert dazu einen Verdi-Sprecher: "Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen bei Verdi liegen trotzdem über denen vergleichbarer Organisationen."

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räc/jko/news.de

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