Kita-Streik 2015 aktuell: Keine Einigung im Tarifstreik!: Steht uns nun ein neuer Kita-Streik bevor? 

Der Kita-Tarifpoker geht aktuell im August 2015 in eine neue Runde. Unter großem öffentlichen Druck suchen Arbeitgeber und Gewerkschaften nach einer Lösung für den Tarifstreit des Sozial- und Erziehungsdienstes. Eine Sitzung am Donnerstag ergab wieder keine Einigung.

Kita-Erzieherinnen und Sozialarbeiter demonstrieren in Düsseldorf. Bild: Maja Hitij/dpa

Neuer Streik in Sicht: Vorerst keine Einigung im Kita-Tarifstreit

 

Ohne Einigung sind Gewerkschaften und Arbeitgeber im Kita-Tarifstreit am Donnerstag auseinandergegangen. Sie wollen sich aber Anfang Oktober wieder zusammensetzen und nach einer Lösung im Tarifstreit suchen, sagte der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbandes VKA, Thomas Böhle am Donnerstag in Offenbach.

Beide Seiten hatten die Tarifgespräche wieder aufgenommen, nachdem ein Schlichterspruch vom Juni von etwa 70 Prozent der betroffenen Gewerkschaftsmitglieder abgelehnt worden war.

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte kurz vor Beginn der Gespräche die Forderung an die Arbeitgeber bekräftigt, ein verbessertes Angebot für Erzieher und Sozialarbeiter vorzulegen. Böhle hatte dies abgelehnt und auf den bereits erzielten Schlichterspruch verwiesen.

Kita-Streik aktuell erneut im September 2015? Fronten bei Gewerkschaften verhärtet

Vor Beginn der Gespräche waren die Fronten jedoch verhärtet: Die Gewerkschaften Verdi, GEW und Deutscher Beamtenbund haben die Schlichtungsempfehlung von Ende Juni als unzureichend zurückgewiesen und Nachbesserungen verlangt. Der kommunale Arbeitgeberverband VKA hat aber bereits angekündigt, dass es kein neues Angebot geben soll.

In dem Schlichterspruch waren Einkommensverbesserungen zwischen 2 und 4,5 Prozent für Erzieher und Sozialarbeiter vorgesehen. Damals hatten die Gewerkschaftsvertreter der Empfehlung zugestimmt, doch war das Ergebnis an ihrer Basis auf deutliche Ablehnung gestoßen.

Neuer Streiktermin schon im September? Verdi-Chef Bsirske fordert Einigung noch vor Oktober

Bsirske betonte, mit weiteren Zugeständnissen der Arbeitgeber, etwa hinsichtlich der Anerkennung von bei anderen Arbeitgebern gesammelter Berufserfahrung, könne zumindest ein erster Schritt zu einer Aufwertung sozialer Berufe erreicht werden. "Besser wäre es, wenn sich die Tarifpartner vor Oktober einigen", sagte er. "Wenn nicht, kommen auf alle Beteiligten große Belastungen zu. Auf Eltern, Arbeitgeber und auch auf die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft."

Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, stellte sich hinter die Forderung der Gewerkschaften. "Die Arbeitgeber müssen sich nun endlich bewegen und ein neues Angebot auf den Tisch legen", sagte Wagenknecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es sei im Interesse der Kinder und ihrer Eltern, einen neuen Streik zu verhindern.

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