Griechenland-News im Ticker: Countdown bis zum Grexit! Athen bettelt um neues Hilfsprogramm

In Griechenland bleiben Banken geschlossen, Abhebungen an Geldautomaten sind auf ein Minimum reduziert - neue, überlebenswichtige Kredite sind nicht in Sicht. Die Staatspleite rückt immer näher. Alle aktuellen Entwicklungen hier im News-Ticker.

Zur aktuellen Lage: Die Finanzkrise in Griechenland spitzt sich zu. Am Montag blieben sämtliche Banken im Land geschlossen. Am Dienstag läuft das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland aus. Weil es keine Einigung mit den Geldgebern über weitere Milliarden gibt, droht dem Land die Pleite. Die Folge könnte das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) sein, das die Regierung aber verhindern will.

Scheidet Griechenland aus der Eurozone aus und kehrte zur Drachme zurück? Bild: dpa

Vor Referendum keine Beratung von neuem Athen-Antrag möglich, Dienstag, 30.06.2015, 16:47 Uhr:

Deutschland will vor einem Referendum in Griechenland nicht über den neuen Hilfsantrag aus Athen beraten. Das machte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in einer Sitzung der Unionsfraktion deutlich. Sie kenne den Antrag bislang nicht und habe nichts Schriftliches gesehen, sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern.

 

Aus Regierungskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, wenn der griechische Premier Alexis Tsipras die für Sonntag angesetzte Volksabstimmung jedoch absage, könne eine neue Lage entstehen und unter Umständen früher beraten werden.

 

Griechenland bittet um neues Hilfsprogramm, Dienstag, 30.06.2015, 15:47 Uhr:

Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern zeichnet sich in letzter Minute eine neue Wende ab: Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg meldete, die Regierung in Athen wolle die Euro-Partner um ein neues, zweijähriges Hilfsprogramm aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bitten. Die Agentur beruft sich auf ein Statement aus dem Büro von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Die angestrebte Vereinbarung soll alle finanziellen Bedürfnisse sowie parallel eine Restrukturierung der griechischen Schulden abdecken. "Griechenland bleibt am Verhandlungstisch", heißt es in dem Statement.

 

Die Eurogruppe will noch am selben Tag (19.00 Uhr) in einer Telefonkonferenz über das neue griechische Hilfsgesuch debattieren.

 

Tsipras telefoniert mit Juncker, Schulz und Draghi, Dienstag, 30.06.2015, 13:49 Uhr:

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat nach Angaben aus griechischen Regierungskreisen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Mario Draghi und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefoniert. Zum Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Offen war, ob Athen ein Vermittlungsangebot der EU im Streit zwischen Griechenland und den Geldgebern annimmt. Bedingung aus Brüssel war, dass Tsipras die Griechen aufruft, beim Referendum am Sonntag für die Sparauflagen der Geldgeber zu stimmen.

 

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Banken öffnen für Rentner in Griechenland, Dienstag 30.06.2015, 11:29 Uhr:

Die wegen Kapitalengpässen in Griechenland geschlossenen Banken öffnen am Donnerstag für Rentner und Pensionäre. Betroffene, die in vielen Fällen keine EC- oder Kreditkarten haben, mit denen sie derzeit an den Automaten Geld abheben könnten, sollen so bis zu 240 Euro bekommen können. Im ganzen Land verteilt sollen Geldinstitute öffnen, berichteten griechische Medien. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank vom Wochenende, Notkredite für Griechenland einzufrieren, bleiben die Banken in Griechenland voraussichtlich bis mindestens 6. Juli geschlossen.

 

Brüssel startet Vermittlungsversuch in der letzten Minute, Dienstag, 30.06.2015, 10:20 Uhr:

In der Griechenland-Krise macht Brüssel in letzter Minute einen Vermittlungsversuch. Falls der griechische Premier Alexis Tsipras noch heute das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden. Das verlautet aus EU-Kreisen.

FOTOS: Eurokrise So verhasst ist Merkel in Griechenland
zurück Weiter Am Tag vor Angela Merkels Griechenland-Besuch gehen bereits Hunderte Hellenen auf die Straße. Sie machen deutlich: Die Kanzlerin ist bei ihnen nicht willkommen. (Foto) Foto: ddp images/AP Photo/Thanassis Stavrakis Kamera

Varoufakis droht mit juristischem Vorgehen gegen EU-Institutionen, Dienstag, 30.06.2015, 5:45 Uhr:

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat im Falle eines Ausschlusses aus dem Euro mit einem juristischen Vorgehen seines Landes gegen EU-Institutionen gedroht. "Die EU-Verträge haben keine Regelung für einen Ausstieg aus dem Euro, und wir weigern uns, diesen zu akzeptieren", sagte Varoufakis der britischen Zeitung "Daily Telegraph".

 

Griechenlands Mitgliedschaft sei nicht verhandelbar. Die Regierung in Athen lasse sich derzeit beraten und ziehe nötigenfalls eine gerichtliche Verfügung des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Institutionen in Erwägung. Die Regierung werde von all ihren Rechten Gebrauch machen, betonte Varoufakis.

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