Saftiger Schlagabtausch: Facebook-Krieg: Smoothie-Hersteller vs. Kampffeministen

Die Smoothie-Marke "true fruits" hat wegen eines Werbetextes einen enormen Shitstorm am Hals. Der Vorwurf: Sexismus und Lookismus. Doch die Reaktion des Unternehmens stößt nicht nur auf Gegenliebe. Sie ist nämlich vor allem eines: Extrem harsch.

Normalerweise sollen Opfer eines Shitstorms gegenlenken und auf negative Kritik beschwichtigend eingehen. Doch ein Smoothie-Hersteller sieht das völlig anders und schießt auf Facebook ordentlich zurück. Doch worum geht es eigentlich?

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Der Smoothie-Hersteller True Fruits legt sich auf Facebook mit seinen Fans an. Bild: Screenshot Facebook / true fruits Smoothies

#schluckimdunkeln: Smoothie wirbt für innere Werte

Die Smoothies von "true fruits" sorgen mit ihren zynischen Werbebotschaften schon immer für Aufsehen. Die limitierte Edition "Blindverkostung" stößt nun allerdings in eine extrem sensible Nische. Der Vorwurf: Sexismus. Grund dafür liefert die Botschaft auf den Smoothie-Flaschen höchstpersönlich: "Hast du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber totaaal lieb ist ein Date besorgt? So fühlen wir uns gerade mit dem white, unserem wohl leckersten Smoothie, der aufgrund seiner blassen und unfruchtigen Optik leider viel zu selten in den Genuss eines knisternden Rendezvous mit dir kommt. Was blieb uns also anderes übrig, als das Licht auszuknipsen, damit du dich einzig und alleine auf seine inneren Werte konzentrieren kannst? #schluckimdunkeln"

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Shirtstorm: Werbung ist Sexmismus

Das Magazin "Vice" schreibt, dass "true fruits" mit seiner Werbekampagne Lookismus und Sexismus betreibe. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Menschen wegen ihres Aussehens zu diskriminieren. Diesem Unmut machen Facebook-Nutzer in dem sozialen Netzwerk ordentlich Luft. "Boah, das ist echt abartig. Bisher fand ich die Sprüche immer lustig und hätte diesen Smoothie auch gerne probiert, aber jetzt lasse ich das lieber", schreibt eine Nutzerin. "Wie wäre es, mit weniger dummen, stereotyp belasteten Texten zu werben und sich mehr auf die Qualität und Umweltfreundlichkeit der Glasflaschen zu konzentrieren? Aber das ist nur ein totaler Fail", schreibt ein anderer.

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"Hirnrissiger Pseudo Moralapostel Bullshit"

Doch die Reaktion des Smoothie-Herstellers schießt den Vogel ab. Entschuldigung Fehlanzeige. "true fruits" setzt eher auf Pöbeln. "Wir haben die Kommentare wahrgenommen, sie als völlig hirnrissigen Pseudo Moralapostel Bullshit eingestuft und nach langen Lachen entschieden, dass auch nur der Hauch einer ernsthaften Antwort die völlige Verschwendung wertvoller Lebensenergie wäre", offeriert das Unternehmen in einem Statement.

"true fruits" wehrt sich mit Pöbelei

Mit Kritik hat es das Unternehmen scheinbar nicht so. So antwortete das Unternehmen mit "Heul' doch du Brombeersohn ;-)" auf die Frage "Liebe Leute, ich finde eure Produkte richtig toll, aber muss es so ein abwertender Text wirklich sein?". Doch nicht von überall schäumt die Wut über das sexistische Saftgetränk über. Fans des Unternehmens erfreuen sich an der Art und Weise der offensiven Shitstormbekämpfung von "true fruits". "Ich feier euch so! Endlich mal ein Saftladen, der was gegen diese vollkommenen grenzdebilen Kampffeministinnen sagt", meint eine Facebook-Nutzerin. Die Meinungen gehen weit auseinander. Ist es Sexismus oder eher nur eine besonders satirische Werbeform? Eines steht jedoch fest: Die Marketing-Abteilung hat ihre Aufgabe richtig gemacht. das Getränk ist überall im Gespräch."Wir bleiben bei unserer Meinung. Das ist unser Humor. Wir sind nicht sexistisch. In unserem Unternehmen herrscht Gleichberechtigung", äußert sich die "true fruits"-Gründerin Inga Koster gegenüber "Focus Online".

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bua/loc/news.de

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