Weniger Lohn für weibliche Angestellte: Birkenstock diskriminierte systematisch Frauen

Über Jahrzehnte hinweg haben angestellte Frauen beim Schuh-Hersteller Birkenstock systematisch weniger Lohn bekommen als ihre männlichen Kollegen für die gleiche Arbeit. Jetzt hagelt es Arbeitsgerichtsprozesse gegen das Unternehmen.

Die Birkenstock-Gruppe bestätigte die ungleichen Lohnzahlungen. Es handele sich um «Altlasten aus der Vergangenheit». Bild: dpa

Frauen haben bei Tochterunternehmen der Birkenstock-Gruppe über Jahrzehnte hinweg weniger Lohn bekommen als ihre männlichen Kollegen. Dazu seien derzeit gut 100 Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Koblenz anhängig, sagte Gerichtsdirektor Hans-Joachim Gans am Montag und bestätigte einen Bericht des Magazins "Der Spiegel".

Weibliche Mitarbeiten verdienten bei Birkenstock einen Euro weniger

Weiblichen Mitarbeitern in der Produktion sei für die gleiche Arbeit gut ein Euro weniger pro Stunde gezahlt worden. In einer vorherigen Klagewelle sei der Arbeitgeber bereits zum Teil zu Nach- und Entschädigungszahlungen verurteilt worden.

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Die Birkenstock-Gruppe bestätigte die ungleichen Lohnzahlungen. Es handele sich um «Altlasten aus der Vergangenheit», von denen sich die Anfang 2013 angetretene neue Geschäftsführung und Gesellschafterstruktur «in aller Klarheit» distanziere, sagte der Sprecher der Birkenstock-Gruppe am Montag in Neustadt/Wied.

Die ungleichen Löhne rührten aus einer Zeit, in der Männer noch körperlich schwere Arbeiten ausgeführt hätten. Seit Anfang 2013 bezahlt Birkenstock Männer und Frauen gleich.

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boi/news.de/dpa

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