Bahnstreik aktuell 2015: GDL-Streik bei der Bahn: Müssen Pendler am Wochenende bangen?

Noch immer hat die Lokführergewerkschaft GDL für einen erneuten Streik bei der Deutschen Bahn keinen konkreten Zeitpunkt genannt. GDL-Chef Weselsky hält Beginn und Dauer zurück, doch am aktuellen Wochenende wird es wohl keinen Bahnstreik 2015 geben.

Kunden der Deutschen Bahn müssen wieder mit Streiks der Lokführer rechnen. Die Führungsgremien der Gewerkschaft GDL haben am Mittwoch, 18.02.2015, in Frankfurt den mittlerweile siebten Arbeitskampf in der Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn AG beschlossen. Den genauen Zeitpunkt wie auch die geplante Dauer des Streiks ließ die Gewerkschaft offen. Man werde die Betroffenen rechtzeitig vorher informieren, sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

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Zum Wochenende müssen Reisende wohl aber noch nicht mit einem Ausstand rechnen. Es gebe keinen neuen Sachstand seit den Beschlüssen der Tarifkommission und des Vorstands vom Mittwoch, erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft in Frankfurt. Damit wird ein Streik schon an diesem Wochenende eher unwahrscheinlich.

Bahnstreik aktuell 2015: Streikt die GDL wirklich 100 Stunden lang?

Der GDL-Chef wollte keine genaue Ankündigungsfrist nennen und lehnte es auch ab, sich "von den Medien" auf eine Mindestdauer des erneuten Streiks von 100 Stunden festlegen zu lassen. Das Landesarbeitsgericht Hessen habe diese Größenordnung als rechtmäßig bezeichnet. Das heiße allerdings nicht, dass die Lokführer auch tatsächlich genau so lang streiken müssten.

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Die GDL hat einen neuen Streik bei der Deutschen Bahn angekündigt. Schon am Freitag, 20.02.2015, könnte es losgehen. Bild: Bernd Wüstneck/dpa

Den Streik-Zeitpunkt bestimme nach der grundsätzlichen und einstimmigen Zustimmung der Gremien nun allein der geschäftsführende Vorstand der GDL. "Rechtzeitig ist davon abhängig, wann man mit einem Streik beginnt und wie lange der Streik ist, damit sich die Menschen darauf einstellen könne", erklärte Weselsky dazu. Die Frage, ob die Lokführer schon zum Wochenende die Arbeit niederlegen werden, ließ er offen.

Lokführer-Warnstreik der GDL schon ab Freitag möglich - DIHK warnt vor Millionen-Schaden

Im schlimmsten Fall könnte der Streik bereits an diesem Freitag, 20.02.2015, beginnen und sich bis Montag, 23.02.2015, erstrecken. Der komplette Wochenendverkehr der Deutschen Bahn wäre beeinträchtigt. Schon jetzt warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor massiven Schäden für die deutsche Wirtschaft. Täglich würden eine Million Tonnen Güter per Bahn transportiert, mehr als sechs Millionen Berufspendler seien auf die Bahn angewiesen.

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Deutsche Bahn will weiter verhandeln - Streik-Ankündigung sei "unverhältnismäßig"

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte kein Verständnis für die neuerliche Streikankündigung. "Es gibt keinerlei Veranlassung, der Verhandlungsstand ist eigentlich so, dass wir zu Ergebnissen kommen könnten", sagte Weber in Frankfurt. "Von daher halte ich diese angekündigten Streiks für unverhältnismäßig." Er habe aber wegen des fehlenden konkreten Termins die Hoffnung, den Arbeitskampf in Gesprächen mit der Gewerkschaft noch abwenden zu können.

Auch GDL-Dachverband Deutscher Beamtenbund kritisierte die neuerliche Streikandrohung. Dem "Tagesspiegel" sagte DBB-Vize Klaus Dauderstädt: "Zwei aktuelle Positionspapiere liegen auf dem Tisch und müssen in Übereinstimmung gebracht werden. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit für Eskalation, sondern für intensive Verhandlungen." Der DBB entscheidet über mögliche Streikbeihilfen an ihre Mitgliedsorganisation GDL.

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DB-Tarifkonflikt: Darüber streiten Deutsche Bahn und GDL seit Monaten

Die Lokführergewerkschaft dringt auf eigenständige Tarifverträge auch für ihre Mitglieder, die nicht Lokführer sind. Dazu gehören vor allem Zugbegleiter und Lokrangierführer. Außerdem will die GDL fünf Prozent mehrGeld und eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichzeitigem Abbau des massiven Überstundenbergs erreichen. Die Bahn wie auch die GDL-Konkurrenzgewerkschaft EVG lehnen dagegen unterschiedliche Tarifregelungen für ein und dieselbe Berufsgruppe ab.

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Der komplizierte Tarifkonflikt war erstmals im Herbst eskaliert. Nach zwei Warnstreiks im September folgten auf Grundlage einer weiterhin gültigen Urabstimmung bis Anfang November vier längere Streiks. Es fiel jeweils ein Großteil des Zugverkehrs in ganz Deutschland aus.

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Fortschritte bei Verhandlungen mit EVG - hier droht offenbar kein Streik

Unterdessen teilte die EVG nach Verhandlungen mit der Bahn mit, es habe weitere Fortschritte gegeben. So sei Einvernehmen in der Frage erzielt worden, dass am Ende der Verhandlungen ein Tarifvertrag zur "zukunftsfähigen Weiterentwicklung" des Entgeltsystems stehen müsse. Die nächsten Runden seien für den 5. März und 25. März geplant. Dann müssten konkrete Ergebnisse erzielt werden. Die EVG verlangt unter anderem auch sechs Prozent Einkommenszuwachs, mindestens jedoch 150Euro pro Monat.

Reise-Alternativen bei erneutem Bahn-Streik: Notfallplan, Fernbusse und Carsharing

Sollte es zu einem Bahn-Streik kommen, stehen Reisenden zahlreiche Alternativen zur Verfügung. Neben einem Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn, der im Streikfall greift, können Fahrgäste auf private Bahnunternehmen, Carsharing, Mietwagen und Mitfahrgelegenheiten umsteigen. Als besonders beliebt erwiesen sich bei vergangenen Bahn-Streiks Fernbusse, die neue Verkaufsrekorde erzielten. Bahn-Tickets können kostenlos zurückerstattet werden.

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zij/sam/news.de/dpa

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