Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 16.10.2014, 15.24 Uhr

Nazi-Skandal bei Modemarke: Mango verkauft SS-Bluse und das Netz tobt

Eigentlich ist es eine harmlose weiße Bluse mit ein paar kleinen schwarzen Blitzen darauf. Doch weil diese an das SS-Symbol erinnern, sieht sich die Modemarke Mango mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert. Besonders das Social Web ist erzürnt.

Ja, lernen es die Modehäuser denn nie? Nachdem sich H&M mit einem Overall im Terror-Kampfanzuglook in die Schlagzeilen brachte, ist nun die Modemarke Mango in die Design-Falle getappt. Denn was das Unternehmen in seinem Online-Shop als Hemd mit Blitzmuster bezeichnet, hat sich in den sozialen Netzwerken bereits den Ruf einer SS-Bluse oder Teil der Eva-Braun-Kollektion erarbeitet.

Bluse mit SS-Aufdruck: Modemarke Mango steht in der Kritik

Der Grund: Die vielen kleinen schwarzen Blitze auf der weißen Bluse erinnern so manchen an das Symbol von Adolf Hitlers Schutzstaffel. Bis heute benutzen rechtsextreme Gruppierungen dieses Zeichen, die sogenannte Siegrune. Sie ist in Deutschland laut Strafgesetzbuch in jeder Variation verboten. Auch wenn sie nicht jeder auf der Mango-Bluse wiedererkennen mag, auf Twitter und Co. ist die Empörung groß.

Nach Massaker: Blutiges Uni-Shirt zum Verkauf!

Diese Mango-Bluse im SS-Style erhitzt derzeit die Gemüter. Bild: news.de-Screenshot (Mango Online-Shop)

Wollt ihr den totalen Look? Nazi-Skandal bei Mango erzürnt das Netz

Martin Sonneborn, Chef der Satire-Partei Die Partei, kommentierte das umstrittene Kleidungsstück auf Facebook so: «Wieso hat Mango dieses Modell eigentlich nur für Damen - es gibt doch auch männliche Nazis...?» Ein anderer User fand im Online-Shop von Mango einen weiteren Patzer. Dort wird nämlich passende zur Bluse der «Total Look» angeboten - ein peinliche Parallele zum totalen Krieg, den Adolf Hitler propagierte.

FOTOS: Ministerien, Firmen, Vereine Nazi-Vergangenheit überall

Modehäuser immer wieder mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert

Dabei sollte es Mango doch eigentlich besser wissen. Denn schon im vergangenen Jahr tappte die Modemarke ins Fettnäpfchen. In Frankreich hatte sie Schumckstücke online unter anderem mit Bezeichnungen wie Sklavenarmreif und im Sklavenstil beworben. Damals entschuldigte sich das Unternehmen mit einem Übersetzungsfehler. Die erneute Panne dürfte dem Image einen erneuten Schlag versetzen.

Doch Mango ist mit derlei Fauxpas nicht allein. Auch H&M leistete sich - neben dem jüngsten Tarnanzug-Unfall - schon den ein oder anderen Nazi-Skandal. So enthielt die Herbstkollektion 2011 einen Blazer mit Hakenkreuz-Knöpfen. Zara zog mit einem Kinder-Shirt im KZ-Style Hohn und Spott auf sich. 2007 vertrieb das Modehaus Handtaschen mit aufgestickten Hakenkreuzen. In beiden Fällen sei die Ähnlichkeit unbeabsichtigt, so der Konzern.

FOTOS: Rechte Onlineshops Nazi-Schlüpfer und das reichsPhone
zurück Weiter Unterwäsche (Foto) Foto: news.de-Screenshot/wikingerversand.com Kamera

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fro/news.de

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