Von news.de-Volontärin - 21.08.2014, 15.04 Uhr

Bergig, waldig + sehr feucht?: Diese Schwarzwald-Werbung sorgt für Sexismus-Eklat!

Ein Schwarzwälder Tourismusverband wirbt mit einer mehr als zweideutigen Botschaft für die Ferienregion. Im Internet sorgte die Werbung für einen Eklat. Sogar der Werberat schaltete sich ein. Ist der Sexismus-Vorwurf gerechtfertigt?

Deutschland hat viele schöne Regionen, doch der Schwarzwald ist besonders geil. Mit einer provokanten Marketingkampagne wollte der Tourismusverband Ferienland Schwarzwald für das Urlaubsgebiet werben. Doch der Slogan «Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald» neben der Silhouette einer nackten Frau war wohl ein Schuss in den Ofen.

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Ziemlich zweideutig: Eine Werbekampagne wirbt mit «Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald» für den Schwarzwald. Bild: Screenshot Facebook / Martin Sonneborn

«Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald»

Der Tourismusverband plante eine witzige, aber auch provokante Werbeanzeige. Neben einer stilisierten Frau in Waldgrün prangt der Werbeslogan: «Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald». Der jedoch recht zweideutig ist. Getreu dem Motto «Sex sells» soll hier nicht für Parfüm oder Alkohol geworben werden, sondern für den Schwarzwald. Denn dort kann man «Natur erleben» und das «mittendrin». Sollten diese sexuellen Anspielungen die Reiselust entfachen?

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Sonneborn: «Schwarzwald? Geile Gegend»

Doch dass die anrüchige Anzeige beim Satiriker Martin Sonneborn landet, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Wie die Augsburger Zeitung berichtet, hatte er die Anzeige wohl vor knapp zwei Wochen im Bordmagazin der Fluggesellschaft Ryanair entdeckt. Auf Facebook kommentierte Sonneborn die Anzeige mit den Worten «Schwarzwald? Geile Gegend». Seitdem diskutiert die Netzgemeinde ausgelassen über die doppeldeutige Werbebotschaft.

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«Sexismus - die Waffe der Ungebildeten und Zurückgebliebenen», meint eine Facebook-Nutzerin. Eine andere sieht die Anzeige pragmatischer. «Die Grundidee, die Silhouette, das Doppeldeutige in Bezug auf ‹große Berge› und ‹Wald›, das finde ich klasse...für die Täler hätte ich mir ein anderes Adjektiv gewünscht», schreibt sie. «Die Marketingexperten haben genau das erreicht, was sie wollten. Es wird darüber geredet», trifft ein anderer genau auf den Punkt.

Tourismusverband entschuldigt sich für Sexismus

Der Tourismusverband nimmt es ebenfalls mit Humor und bedankte sich bei Martin Sonneborn. «Schwarzwald? Geile Gegend! Finden wir auch», schreibt dieser auf seiner Facebook-Seite. Doch sie nehmen auch Stellung zu der aktuellen Diskussion über die zweideutige Werbeanzeige. «Ziel der Anzeige war, mit Humor und einem Augenzwinkern auf unser Ferienland Schwarzwald aufmerksam zu machen.» Das haben sie auch geschafft und haben dafür auch nicht gerade wenig Kritik einstecken müssen. «Wir bedauern, dass diese bei manchen Betrachterinnen und Betrachtern als ‹sexistisch› und ‹frauenfeindlich› wahrgenommen wird - dies lag nicht in unserer Absicht und dafür möchten wir uns entschuldigen», steht nun auf der Facebook-Seite von Ferienland im Schwarzwald. Der Werberat hat die Kampagne mittlerweile gestoppt.

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Gleichzeitig veröffentlichte der Tourismusverband weitere Motive der Kampagne, die bei den Nutzern des sozialen Netzwerkes jedoch nicht so gut ankommen. Vielleicht fehlen einfach die großen Berge und die feuchten Täler? Wer weiß.

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fro/news.de

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