Stiftung Warentest
Tester zu streng! Mineralwasser-Lobby wehrt sich

Zehn Mineralwässer bekamen von der Stiftung Warentest nur die Note ausreichend, weil sie Verunreinigungen im Nanogrammbereich enthielten. Hersteller monieren, die Tester seien zu streng.

Mit seinem Mineralwasser-Test hat die Stiftung Warentest den Herstellern kein gutes Zeugnis ausgestellt. Nur sechs von 30 untersuchten Produkten konnten uneingeschränkt empfohlen werden. In zehn Mineralwässern fanden die Tester sogar Verunreinigungen durch Pestizide und einen künstlichen Süßstoff, die offenbar aus dem Oberflächenwasser in die Produkte sickerten.

Im Mineralwasser-Test der Stiftung Warentest fielen Verunreinigungen auf. Aber wie schlimm sind dieser wirklich? Bild: Patrick Pleul/dpa

Mineralwasser-Lobby wehrt sich gegen Stiftung Warentest

Zwar betonte die Stiftung, die Verunreinungen seien nicht gesundheitsgefährdend. Sie widersprächen aber der natürlichen Reinheit des Mineralwassers, mit der die Hersteller für sich werben. Diese wehren sich nun gegen den Testbericht. «Süßstoffe und Abbauprodukte im Bereich von Milliardstel Gramm sind völlig unbedenklich», sagt etwa Arno Dopychai gegenüber Welt Online.

Der Produktexperte des Verbands Deutscher Mineralbrunnen beschwichtigt, dass man sich an alle Vorgaben der Bundesanstalt für Risikobewertung, des Bundesgerichtshofs, des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und anderer relevanter Institutionen halte. Doch die Stiftung Warentest legt offenbar weit strengere Maßstäbe an. Das ärgert die Hersteller.

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Streit mit Ritter Sport: Ist die Stiftung Warentest zu streng?

«Soll man sich jedes Mal äußern, wenn jemand sagt: Was die Behörden sagen, interessiert uns nicht, was die Gerichte sagen, interessiert uns nicht?», fragt der Produktepxerte bei Welt Online deshalb zynisch. Aber ist die Stiftung Warentest tatsächlich zu pingelig? Im Streit um die als mangelhaft bewertete Ritter Sport Schokolade mit Vanillearoma sah das Landgericht München es jedenfalls so.

Die Behauptung, Ritter deklariere seine Schokolade falsch und führe Verbraucher in die Irre, durfte nach einem Urteil nicht aufrecht erhalten werden. Das Unternehmen erwirkte eine einstweilige Verfügung, die Stiftung Warentest legte Berufung ein - Ende offen. Auch beim Mineralwasser-Test muss sich die Verbraucherorganisation den Vorwurf gefallen lassen, Verordnungen allzu eng auszulegen.

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7 Kommentare
  • Peter Ruppig

    23.10.2014 11:39

    Solange in Deutschland Homöopathie, Schüsslersalze oder Bachblüten verkauft werden dürfen ohne den Hinweis auf völlige Wirkungslosigkeit braucht man von Verbraucherschutz in unserem Land nicht zu reden.

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  • Babsibalu

    28.07.2014 10:12

    hoffentlich haben sie Absatzeinbussen und keiner kauft mehr diesen verunreinigten Dreck. Wie wir vergiftet werden, ist schon eindeutig Körperverletzung, diese Firmen sollen ihre Produkte im Labor prüfen, bevor sie sie auf die Menschheit los lassen. Hoffentlich gibt es bald solche horenden Strafen wie in Amerika, Millionenbeträge, wenn man Gesundheitsschäden davonträgt. Dann können sie sich über Imageverlust den Kopf zerbrechen. Sonst müssen sie mit Einsatzeinbussen oder Pleiten rechnen, wer möchte schon gern krank machende Lebensmittel, da wären die Krankenkassen auch gefordert!

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  • Babsibalu

    28.07.2014 10:01

    für meinen Geschmack kann die Stiftung Warentest gar nicht streng genug sein. Woran sollen sich die Verbraucher denn orientieren, denLobbyisten ist es doch egal wenn sie die ganze Menschheit vergiften, hauptsache der Rubel rollt. Wie ist doch denen egal!! Danke Stiftung Warentest, lasst euch nicht unterkriegen von den Gerichten und schon gar nicht von den Dreckslobbyisten bestechen!!!!!

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