Billig-Mode zu hohem Preis: Eingenähter Hilferuf in Primark-Hose: «SOS! SOS! SOS!»

Tausende stürmen jährlich in die Filialen der Billig-Modekette Primark. In den vergangenen Tagen fanden gleich mehrere Kundinnen eingenähte Zettel mit Hilferufen. Das Unternehmen steht nun wegen seiner schlechten Arbeitsbedingungen heftig in der Kritik.

Tagtäglich stürmen unzählige junge Kundinnen mit nur einem Ziel in die Filialen der britischen Modekette Primark: Mit möglichst wenig Geld viele Klamotten kaufen. T-Shirts für drei Euro, Kleider und Hosen für zehn Euro. Nach einem eingenähten Hilferuf in einem Billig-Fummel der Modekette steht das Unternehmen nun wieder einmal heftig in der Kritik. Die Arbeitsbedingungen der Näherinnen sind miserabel.

Wegen schlechter Arbeitsbedingungen ist auch das Fast Food-Unternehmen Burger King dieses Jahr in die Kritik geraten.

Hilferuf in Billig-Klamotten eingenäht

Nach einem BBC-Bericht soll eine Kundin der Billig-Modekette in Nordirland in einer Hose von Primark einen eingenähten Zettel gefunden haben. Sie hatte das Kleidungsstück bereits 2011 gekauft, jedoch nie getragen. Erst jetzt fand sie den Zettel. Darauf war ein Hilfe-Ruf in asiatischen Schriftzeichen verfasst. Die Botschaft stammt von einem Arbeiter, der die extrem schlechten Arbeitsbedingungen anklagt.

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Grausame und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Der Schreiber der Nachricht macht deutlich, dass er und seine Kollegen «wie Ochsen» arbeiten müssen. Selbst das Essen, das man ihnen zur Verfügung stelle, wäre für Tiere ungenießbar. Über der Botschaft steht in lateinischen Lettern «SOS! SOS! SOS!». Die Nachricht stand auf einem Gefangenenausweis eines chinesischen Gefängnisses geschrieben. Die Häftlinge werden laut Nachricht 15 Stunden am Tag dazu gezwungen, Kleidung herzustellen.

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Innerhalb von wenigen Tagen ist dies bereits der dritte Vorwurf gegen Primark. Im walisischen Swansea war erst vor kurzem ein eingenähter Zettel in einem zehn-Euro-Kleid aufgetaucht. Darauf war zu lesen: «...forced to work exhausting hours» (auf Deutsch in etwa: «...zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen...»).

Kein Einzelfall: Eine weitere Primark-Kundin hatte einen Zettel mit der Aufschrift «degrading sweatshop conditions» («erniedrigende Bedingungen in einer Knochenmühle») in ihrem Kleid gefunden.

Primark lässt Fall untersuchen

Gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC kündigte Primark eine Untersuchung der Vorfälle an. Eine Anfrage der Deutschen Presseagentur beantwortete das Unternehmen hingegen nicht.

Doch die eingenähten Zettel sind nicht die ersten negativen Schlagzeilen gegen das Unternehmen. Primark erregte bereits Aufsehen, als bekanntwurde, dass das Unternehmen Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt waren und mehr als 1.100 Arbeiter unter sich begraben hatten.

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bua/fro/news.de/dpa

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