Energie: GE schlägt Siemens und Mitsubishi im Kampf um Alstom

Paris - Im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom hat der US-Mischkonzern General Electric (GE) die Konkurrenz von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ausgestochen.

GE schlägt Siemens und Mitsubishi im Kampf um Alstom Bild: Etienne Laurent/dpa

Die französische Regierung sprach sich für das Angebot der Amerikaner aus. Das gab Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg in Paris bekannt. Gleichzeitig will der Staat mit 20 Prozent größter Aktionär bei Alstom werden. Werde Frankreichs Einstieg bei Alstom nicht akzeptiert, werde die Regierung das GE-Angebot blockieren, sagte Montebourg. Die Regierung hatte im Lauf der Verhandlungen für sich ein Veto-Recht bei Übernahmen verankert.

Siemens/Mitsubishi und GE wollten vor allem das Energiegeschäft von Alstom übernehmen. Die Münchner hatten es vor allem auf das Geschäft mit Gasturbinen abgesehen. Montebourg bedankte sich ausdrücklich für das Siemens-Angebot, das hart erarbeitet worden sei. Gegen die Offerte der Münchner stünden auch Beschränkungen des europäischen Kartellrechts.

Der Minister kündigte nun an, im Energiebereich solle eine gleichberechtigte Partnerschaft mit GE geschaffen werden. Er sprach von einer Kooperation mit jeweils 50 Prozent von Alstom und GE.

Die Kontrahenten hatten bis zur letzten Minute hart um Alstom gekämpft. Siemens und MHI besserten am Freitag ihre Offerte auf. Am Vortag hatte bereits der US-Rivale nachgelegt. Noch am Freitagnachmittag warben die Spitzen der Konzerne beim französischen Präsidenten François Hollande für ihre Angebote.

Sowohl Siemens-Chef Joe Kaeser als auch GE-Chef Jeff Immelt zeigten sich optimistisch, als sie den Élyséepalast betraten.

Siemens und MHI hatten zuvor den Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro erhöht. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro.

GE bewertete Alstoms Energiegeschäft weiterhin mit 12,35 Milliarden Euro, bot aber nun auch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen an. Ein Vergleich der Offerten ist wegen der unterschiedlichen Ausgestaltung schwer.

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news.de/dpa

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