Rente: Frührente: Wirtschaft befürchtet Fachkräfte-Mangel

Berlin - Fachleute im naturwissenschaftlich-technischen Bereich werden weiter händeringend gesucht. Und die Lücke bei Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern könnte nach Einschätzung der Wirtschaft wegen der neuen Rente ab 63 sogar wieder wachsen.

Frührente: Wirtschaft befürchtet Fachkräfte-Mangel Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im April waren in Deutschland 117 300 Stellen für Bewerber mit beruflichem oder akademischem Abschluss nicht besetzt. Die Situation hat sich damit innerhalb der letzten sechs Monate kaum entspannt.

Dies geht aus dem am Montag in Berlin vorgestellten neuen Report des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesen Fachbereichen hervor. Sie werden nach ihren Anfangsbuchstaben unter dem Kürzel MINT zusammengefasst. Im vergangenen Oktober wurden für rund 121 000 dieser Stellen noch Fachleute gesucht.

Seit 2005 stieg die Zahl der MINT-Facharbeiter über 63 Jahren um mehr als 70 Prozent: «Auf diese erfahrenen, älteren Mitarbeiter nun zu verzichten, steht dem Ziel der Fachkräftesicherung diametral entgegen und ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung arbeitsmarktpolitisch komplett kontraproduktiv», warnte der Chef der Initiative «MINT Zukunft schaffen», Thomas Sattelberger.

Die Ende vergangener Woche vom Bundestag beschlossene Möglichkeit einer abschlagsfreien Rente ab 63 könne den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Dies bremse die Unternehmen in ihrer Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und führe zu Wertschöpfungsverlusten.

IW-Direktor Michael Hüther forderte, es müssten «alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um das Fachkräfteangebot zu stärken». Er erwartet zunehmende Engpässe vor allem bei Beschäftigten mit beruflicher Ausbildung. Um nur den demografiebedingten Ersatzbedarf decken zu können, werden am Ende dieses Jahrzehnts nach seiner Einschätzung etwa 700 000 MINT-Facharbeiter benötigt. Sollte die Beschäftigung wie in den vergangenen Jahren gar steigen, sei sogar mit einem Bedarf von 1,4 Millionen Fachleuten zu rechnen.

news.de/dpa

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