Mehrwertsteuer: SPD will Kartoffeln, Eier und Co. teurer machen!

SPD-Politikerin Ingrid Arndt-Brauer wagt einen kühnen Vorstoß: Sie will einnen einheitlichen Mehrwertsteuersatz auf den Weg bringen. Damit wäre der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent Geschichte. Lebensmittel wie Butter, Eier, Kartoffeln und Co. würden zwangsläufig teurer werden.

Für ein Ende der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze in Deutschland hat sich die Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Ingrid Arndt-Brauer, ausgesprochen. Der Wildwuchs bei den geltenden Regeln sei niemandem mehr zu erklären, sagte die SPD-Politikerin der «Welt am Sonntag». «Ich bin für einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent auf alle Produkte - ohne jede Ausnahme», so Ingrid Arndt-Brauer und erklärt weiter: «Mineralwasser 19 Prozent, Bier sieben Prozent – wie will man das erklären?»

Dabei ist das Leben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt schon jetzt um etwa ein Drittel teuer als im weltweiten Durchschnitt.

So werden Sie betrogen
Verbrauchernepp
zurück Weiter

1 von 11

Ingrid Arndt-Brauer fordert einheitliche Mehrwertsteuer von 16 Prozent

Die reguläre Mehrwertsteuer liegt derzeit bei 19 Prozent, der ermäßigte Satz bei 7 Prozent. «Es geht mir nicht um Entlastung und auch nicht um Mehreinnahmen», betonte Arndt-Bauer. Sie wolle Gerechtigkeit und eine Vereinfachung des Steuersystems.

Ein reformbedürftiges Mehrwertsteuersystem

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) begrüßt den Vorschlag von Ingrid Arndt-Brauer. Michael Hüther, Direktor des IW, sagte der «Welt am Sonntag»: «Das heutige Mehrwertsteuersystem mit seinen vielen und oft willkürlichen Ausnahmen ist reformbedürftig. Ein einheitlicher Satz oder zumindest die Streichung etlicher Ausnahmen wäre sinnvoll.»

FOTOS: Ansichten aus «König Arsch» So werden Verbraucher beklaut

Gegenwind von der Linken: unsozial!

Die Linke lehnte den Vorschlag als unsozial ab. «Lebensmittel, Medikamente, kulturelle Dienstleistungen, Bücher, kommunale Dienstleistungen, öffentlicher Verkehr und Leistungen gemeinnütziger Werkstätten müssen weiterhin ermäßigt besteuert werden», erklärte der steuerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Richard Pitterle. Maulesel hingegen müssten nicht weiterhin der Ausnahme unterliegen.

In regelmäßigen Abständen gibt es in der Bundespolitik Forderungen nach einem vereinfachten System der Mehrwertsteuer. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte im vergangenen Herbst angekündigt, dass es mit einer Vereinfachung der Mehrwertsteuer auch nach der Wahl nichts werde. Es bleibe gar kein Spielraum für eine Reform, sagte Kauder damals.

VIDEO: Mitdenkende Verpackung entwickelt
Video: zoomin

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fro/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser