Karriere bei Unister: Die Herausforderungen beim Recruiting im E-Commerce

Das Leipziger Internetunternehmen Unister wächst und sucht neben qualifizierten berufserfahrenen und Managern auch Nachwuchs. Im Interview mit Unister-Personalleiter Gilbert Dietrich über Recruiting, Berufsgruppen, Jobangebote und Karrieremöglichkeiten.

Das im Jahr 2002 von Studenten gegründete Leipziger Internetunternehmen Unister wächst und benötigt neben qualifizierten Berufserfahrenen und Managern guten Nachwuchs. Doch das ist nicht leicht, weshalb das E-Commerce-Unternehmen eigenen Nachwuchs ausbildet. Aktuell sind es 150 Azubis vor allem in den Bereichen Tourismus und Informatik. Damit gehört Unister in Ostdeutschland in die Riege der Arbeitgeber mit den meisten Auszubildenden.

Unister spiegelt die Vielfältigkeit der jungen Internet-Branche wider: Das Durchschnittsalter der weiblichen Mitarbeiter beträgt 31, das der Männer 32. Dabei ist die Unister-Belegschaft international ausgerichtet und setzt sich aus Angehörigen 30 verschiedener Nationen zusammen.

Immerhin: Seit 2007 durchliefen einige Hundert Auszubildende in den unterschiedlichsten Bereichen die Ausbildungsprogramme von Unister, womit das Internetunternehmen im E-Commerce zu einer der wichtigsten Nachwuchs-Schmieden in Deutschland gehört. Doch Unister bildet nicht nur aus, sondern übernimmt auch zahlreiche Azubis. So liegt die Übernahmequote derzeit bei 80 Prozent.

Worauf es beim Recruiting von Mitarbeitern und Auszubildenden ankommt, wollte news.de von Gilbert Dietrich, dem Bereichsleiter Personal von Unister, wissen.

Welchen Stellenwert hat Recruiting bei Unister?

Gilbert Dietrich: «Der Stellenwert der Personalgewinnung ist enorm. Natürlich hat auch Unister gelegentlich Schwierigkeiten, die richtigen Bewerber schnell genug zu finden. Aber gerade E-Commerce lebt von den besten Köpfen. Unser Ziel ist es immer die richtige Person für den richtigen Arbeitsplatz zu finden. Fehlentscheidungen können Unternehmen teuer zu stehen kommen. Um den Herausforderungen besser gerecht zu werden, hat Unister ein ‹Kernteam Recruiting› ins Leben gerufen. Diese Mitarbeiter befassen sich ausschließlich mit der Personalgewinnung. Wir erhoffen uns dadurch eine noch bessere und gezieltere Ansprache sowie Auswahl von Bewerbern.»

Welche Recruitingwege geht Unister?

Dietrich: «Neben den bekannten Wegen, wie etwa Stellenbörsen, Jobmessen, Stellenanzeigen in Zeitungen oder Fachzeitschriften, sprechen wir natürlich unsere Zielgruppen aktiv an. Die Auswahl der besten Recruitingwege hilft dabei, die 'richtigen' Mitarbeiter zu finden. Junge Leute, etwa Azubis oder Berufseinsteiger, sind besonders in sozialen Netzwerken aktiv und können darüber angesprochen werden.

Seit 2007 bietet Unister in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen und Fachrichtungen interessante und vielfältige Ausbildungen an. In der Unternehmenszentrale in Leipzig bildet Unister im technischen Bereich Fachinformatiker und Mediengestalter aus. Seit 2012 werden Fachinformatiker zudem an unseren Standorten Dresden und Jena ausgebildet. Im kaufmännischen Bereich werden unter anderem Tourismuskaufleute, Servicekräfte für Dialogmarketing und Bürokaufleute ausgebildet.

Eine große Bandbreite an Technologien im IT-Bereich oder vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Reise- und Flugvermittlung bis zu Reiseveranstaltung im Bereich Tourismus sind Beispiele für die Vielzahl an Möglichkeiten und eine abwechslungsreiche wie spannende Ausbildung. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung bestehen gute Chancen auf die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Selbst Quereinsteiger finden in unserem flexiblen Unternehmen immer Perspektiven und Karrieremöglichkeiten.»

Welche Bedeutung haben Universitäten für das Recruiting von Mitarbeitern?

Dietrich: «Um möglichst früh an die besten Köpfe zu kommen, kooperieren wir mit Hochschulen, etwa der Uni Leipzig oder der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig. Wir laden außerdem angehende Akademiker zu Unister ein. So bekommen die Studenten sehr früh einen Einblick in das Unternehmen. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 stellte Unister Hunderte Akademiker ein. Damit gehört Unister in Ostdeutschland, vor allem am Hauptstandort Leipzig, zu jenen Arbeitgebern, welche für viele Hochschulabsolventen eine berufliche Zukunft bieten.

Doch nicht nur der Kontakt zu den Hochschulen ist wichtig: Als besonders nachhaltig hat sich unser Recruiting-Programm ‹Mitarbeiter werben Mitarbeiter› herausgestellt. Es werden durch Unister-Mitarbeiter potenzielle Kollegen empfohlen, die zum Unternehmen passen. Dafür erhalten die Mitarbeiter bei erfolgreicher Vermittlung eine Vergütung. Neben den deutschlandweiten oder europaweiten Jobportalen ist Unister für das Recruiting auch auf regionalen Karriereplattformen aktiv, wie etwa ITmitte.de (seit 2010), ITsax.de (seit 2012) oder ITbbb.de (seit 2013).»

Welche Berufsgruppen sucht ein Internetunternehmen wie Unister besonders?

Dietrich: «Der Fokus liegt neben Programmierern, Grafikern, Reiseverkehrskaufleuten oder Versicherungskaufleuten auf Mitarbeitern in klassischen Unternehmensbereichen wie den Wirtschaftsinformatikern oder Onlinemarketing-Spezialisten mit wirtschaftswissenschaftlichen Abschlüssen oder medienwissenschaftlichen und vergleichbaren Abschlüssen. Die Abschlussnote Zwei oder besser wünschen wir uns gerade für Akademiker. Das ist zwar nicht das einzige Kriterium, aber ein wichtiges. Ergänzend sind uns Bewerber sehr willkommen, die vielleicht selbst schon einmal eine Webseite hochgezogen oder anderweitig ihr großes Potential unter Beweis gestellt haben.»

Was macht gute «Personaler» aus?

Dietrich: «Unser Anspruch ist die nachhaltige Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern. Ein guter ‹Personaler› ist Partner, Moderator und Vermittler, kein Verkäufer von Planstellen. Kompetenzen von Bewerbern richtig einschätzen und ihnen die Möglichkeit geben, diese bei Unister einzubringen, ist unser oberstes Ziel. Personaler, die sich stur an Tätigkeitsprofilen orientieren, ohne sich mit den Bedürfnissen des neuen Kollegen zu beschäftigen, sind in Zeiten von Fachkräftemangel auf verlorenem Posten.»

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet ein Internetunternehmen wie Unister seinen Mitarbeitern?

Dietrich: «Wir legen besonderes Augenmerk auf die Personalentwicklung, um gute Leute auch zu binden. Die besten Köpfe zu gewinnen ist wichtig, doch auch die vorhandenen Mitarbeiter sollen sich weiterentwickeln. So wurden in den vergangenen 12 Monaten bei uns beispielsweise mehr als 130 Personalentwicklungsmaßnahmen mit über 1.000 Teilnahmen allein durch unser personalbereichseigenes Weiterbildungsteam durchgeführt.

Dazu zählen unter anderem Workshops für einzelne Teams, Software-Trainings, Führungskräfte-Seminare oder Schulungsreihen in Sachen Onlinemarketing-Kompetenz, IT-Kompetenz oder das Führen von Verkaufsgesprächen. Unister bietet in einigen Fachbereichen Kollegen, die sich intensiv mit den spezifischen Entwicklungsansprüchen ihrer Bereiche beschäftigen, zusätzliche Schulungen an.»

Google hat Schokolade und Kletterwände für seine Mitarbeiter. Wie sieht es bei Unister aus?

Dietrich: «Schokolade gibt es bei uns nicht kostenlos, dafür aber Mineralwasser und Kaffee für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem veranstalten wir Firmenfeste und sponsern regelmäßige Team-Events wie Bowling, Klettern oder Kanufahrten. Als Arbeitgeber zeichnet sich Unister durch flache Hierarchien, schnelle Entscheidungswege und attraktive Arbeitszeitmodelle aus.»

Engagiert sich Unister als Arbeitgeber denn auch in Verbänden oder sonstigen Recruiting-Organisationen?

Dietrich: «Als Bereichsleiter Personal bin ich Mitglied im Bundesverband der Personalmanager (BPM), das Unternehmen etwa in der GI, Gesellschaft für Informatik. Darüber hinaus gibt es natürlich Mitgliedschaften, die für uns als Arbeitgeber im Bereich des Employer-Brandings ebenfalls wichtig sind.

Hierzu zähle ich zum Beispiel den Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) oder den Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) sowie natürlich die übliche Mitgliedschaft in der IHK, Industrie und Handelskammer Leipzig. Zwar sind wir europaweit im E-Commerce aktiv, sind uns aber der Wichtigkeit der Wurzeln in Leipzig bewusst. Deshalb sind wir beispielsweise neben einigen anderen großen ostdeutschen Unternehmen dem Verein Leipzig 2015 e.V. beigetreten. Dort werden wichtige Bausteine der Feierlichkeiten zur großen 1000-Jahr-Feier der Stadt Leipzig im Jahr 2015 organisiert. Im Übrigen hat Unister derzeit über 80 Stellen für das komplette Unternehmen ausgeschrieben. Dies betrifft unter anderem die Bereiche IT, Tourismus, Marketing oder Management.»

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de

0 Kommentare
Kommentar schreiben

noch 600 Zeichen übrig

Empfehlungen für den news.de-Leser