BMW: BMW will Spitzenplatz verteidigen

München - Der Autobauer BMW will im Dreikampf um die Spitze in der Oberklasse Audi und Daimler weiter auf Distanz halten. Der Konzern investiere kräftig in den Ausbau der Produktion, neue Modelle und Technologien.

BMW will Spitzenplatz verteidigen Bild: Marc Müller/dpa

2014 soll für BMW erneut ein Rekordjahr werden. Das erste Mal in der Firmengeschichte will der Konzern weltweit mehr als zwei Millionen Autos verkaufen. «Wer an der Spitze steht, für den gibt es nur eine Option: an der Spitze zu bleiben», sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Daimler und Audi wollen den Branchenprimus 2020 überholen.

Dabei müsse der Konzern sich in einem schwierigen Umfeld bewegen, sagte Reithofer. Es gebe eine wachsende Zahl von Risiken und Unsicherheiten. Den Aufgaben, die BMW selbst anpacken könne, stelle sich der Konzern. Das Unternehmen habe gelernt, sich auf Schwankungen der Konjunktur oder Währungsturbulenzen einzustellen. «Wir stellen uns auch dem rasanten technologischen Fortschritt», sagte Reithofer. BMW investiere Milliarden, etwa um sparsamere Antriebe zu entwickeln.

«Doch bei politische Konflikten sind wir auf andere angewiesen». Unternehmen setzten angesichts solcher Krisen auf die Diplomatie. Auch auf einem anderen Feld setzt Reithofer auf die Politik. Bei den Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA stützte Reithofer den Kurs der Bundesregierung. Das geplante Abkommen werde für die Autoindustrie nur positive Folgen haben.

«Handelsbarrieren verursachen hohe Kosten.» Allein die deutschen Hersteller zahlten pro Jahr eine Milliarde Euro an Zöllen. «Wer in Europa eine starke industrielle Basis und Beschäftigung erhalten will, der braucht einen freien Warenverkehr.» Die USA sind inzwischen der zweitgrößte Einzelmarkt für die Münchner. Auch die Produktion dort baut der Konzern aus und überlegt derzeit auch ein weiteres Werk in Nordamerika zu errichten, möglicherweise in Mexico, wo auch der Rivale Audi derzeit eine neue Fabrik errichtet.

Insgesamt setze BMW weiter auf eine möglichst ausgewogene Verteilung des Absatzes auf Asien, Europa und Amerika, um möglichst immun gegen wirtschaftliche Schwankungen auf den einzelnen Märkten zu sein. Bisher sehe es aber auf allen Märkten sehr gut aus. «2014 wird ein Jahr der Wachstumschancen für die Automobilindustrie.» Das gelte vor allem für die USA und Asien, aber auch Europa erhole sich.

Zufrieden sei er auch mit dem Start des Elektroautos i3. Immerhin knapp 3000 Stück seien seit Jahresbeginn verkauft worden. Mit rund 100 Fahrzeugen am Tag sie die Produktion in Leipzig ausgelastet. Dafür, aber auch für die Zahlen, gab es von den Aktionären durchweg Lob. Ein Aktionär und BMW-Mitarbeiter erklärte unter dem Gelächter der Versammlung, er sei froh, dass der Vorstand «Eier in der Hose habe», um die richtigen Entscheidungen für den Konzern zu treffen.

Die einzige vorsichtige Kritik entzündete sich an der Wahl von fünf Aufsichtsräten. Die Anlegerschützer DSW verweigerten dabei Wolfgang Mayrhuber und Franz Haniel die Gefolgschaft, da beide zu viele derartige Mandate hätten. Mayrhuber ist etwa bei der Lufthansa und Infineon Aufsichtsratschef. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse mussten beide nicht um ihre Wahl bangen. Aufsichtsratschef Joachim Milberg verteidigte die Kandidaten. Sie ergänzten das Gremium hervorragend und zeigten keinerlei Anzeichen von Überforderung.

Besonders glücklich zeigten sich die Aktionäre über die Dividende. Je Stammaktie zahlt BMW 2,60 Euro. Die drei Großaktionäre Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten halten zusammen 46,7 Prozent der Stammaktien und kassieren knapp 731 Millionen Euro. Damit brachte die Beteiligung der Familie Quandt in den vergangenen drei Jahren mehr als zwei Milliarden Euro ein.

news.de/dpa

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