Pharma: Celesio leidet weiter unter Rabattschlacht

Stuttgart - Die anhaltende Rabattschlacht im deutschen Medikamentenhandel hat beim kürzlich vom US-Konzern McKesson übernommenen Pharmahändler Celesio auch im ersten Quartal auf die Bilanz gedrückt.

Mit einem Grünen Rezept können viele Versicherte nun auch rezeptfreie, aber apothekenpflichtige Arzneien von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Bild: Marijan Murat/dpa

Der operative Gewinn (Ebit) sei um 6,9 Prozent auf 88,6 Millionen Euro gesunken, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Montag mit.

Der US-Konkurrent McKesson hatte im ersten Quartal im zweiten Anlauf die Mehrheit an dem Stuttgarter Pharmahändler übernommen. Zusammen sollen beide Firmen mit rund 81 500 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von mehr als 150 Milliarden Dollar (111 Mrd Euro) einen der größten Pharmahändler bilden.

An ihrer Strategie hält Celesio-Chefin Marion Helmes fest. Der Pharmahändler ist unter anderem dabei, sein europäisches Apothekennetzwerk auszubauen. Stellen und Standorte stünden nach wie vor nicht zur Diskussion, sagte ein Sprecher.

Das laufende Sparprogramm solle dazu beitragen, dass das um Sondereffekte bereinigte Ebit 2014 leicht über dem Vorjahr liegt. Die Ergebnissituation werde aber überwiegend von der weiteren Entwicklung des deutschen Großhandels beeinflusst. Der Celesio-Vorstand erwartet, dass sich der intensive Rabattwettbewerb in der zweiten Jahreshälfte abkühlt.

Im ersten Quartal waren Einmaleffekte wie etwa Beratungskosten im Zuge der Übernahme im operativen Gewinn (Ebit) enthalten. Bereinigt um diese wäre das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 0,5 Prozent gestiegen. Der Umsatz verharrte bei 5,38 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb dank geringerer Zinszahlungen mit 41,7 Millionen Euro 5,3 Prozent mehr übrig als ein Jahr zuvor.

Die Aktie reagierte kaum auf die Zahlen. McKesson hält mehr als 75 Prozent an dem Pharmahändler. Das Unternehmen macht derzeit keine Aussage darüber, ob der Stuttgarter Pharmahändler deshalb langfristig möglicherweise von der Börse genommen werden soll.

news.de/dpa

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