Arbeit: Studie: Frauen arbeiten weiter in Frauenberufen

Nürnberg - Frauen als Automechaniker und Männer als Erzieher sind laut einer Studie noch immer eher selten. Bildung hilft Frauen jedoch, typische Männerdomänen einzunehmen.

Studie: Frauen arbeiten weiter in Frauenberufen Bild: Axel Heimken/dpa

Frauen arbeiten nach einer Studie weiter vorwiegend in typischen Frauenberufen und Männer in Männerberufen. Die Bemühungen, Frauen für technische Berufe zu begeistern und Männer für erzieherische und Pflegeberufe zu gewinnen, seien bislang nur wenig von Erfolg gekrönt gewesen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag (6. Mai) in Nürnberg mit. «Bisher haben sich die Berufswahl- und Rekrutierungsprozesse von Frauen und Männern (...) als sehr beharrlich gegenüber strukturellen Veränderungen im Arbeitsmarkt erwiesen.» Rund 60 Prozent aller in Westdeutschland beschäftigten Frauen arbeiten demnach in «Frauenberufen», Männer sogar zu zwei Dritteln in «Männerberufen».

Während der Anteil der Frauen in typischen Frauenberufen seit Mitte der 1970er Jahre nur um rund vier Prozentpunkte gesunken sei, sei der Anteil der Männer in Männerberufen immerhin um rund acht Prozentpunkte zurückgegangen. Männer- und Frauenberufe sind laut Definition der IAB-Arbeitsmarktforscherinnen Berufe mit einem Männer- oder Frauenanteil von mindestens 70 Prozent. Der Beruf der Arzthelferin oder Erzieherin wird in mehr als 90 Prozent von Frauen ausgeübt. Technische und verarbeitende Tätigkeiten wie Maurer, Automechaniker und Tischler seien dagegen typische Männerberufe. Kaufmännische und gastronomische Berufe zählen zu den Tätigkeiten mit etwa gleich vielen Frauen wie Männern.

Der Frauenanteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 38 Prozent im Jahr 1976 auf 45 Prozent im Jahr 2010. Dabei konnten Frauen ihre inzwischen bessere Bildung nutzen. Je höher das Qualifikationsniveau der Jobs, desto stärker wuchs der Frauenanteil: in mittelqualifizierten Berufen um 7 Prozentpunkte, in höher qualifizierten Berufen wie Zahntechniker oder Dolmetscher um 9 und in akademischen Berufen um 16 Prozentpunkte. Bei den niedrig qualifizierten Berufen nahm der Anteil der Frauen dagegen um knapp 5 Prozentpunkte ab.

«Frauen konnten ihre Beschäftigtenanteile in vielen Berufen mit hohen Qualifikationsanforderungen steigern, was zumindest längerfristig auch zu einer größeren Beteiligung von Frauen an gut dotierten Führungs- und Managementpositionen führen könnte», schreiben die Forscherinnen. Außerdem stiegen die Frauenanteile in wachsenden Sektoren des Arbeitsmarktes wie etwa in Dienstleistungsberufen überproportional.

Studie (pdf)

news.de/dpa

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