«Team Wallraff - Reporter undercover» bei RTL: Günter Wallraff deckt auf: Urin, Schläge und Mafia im Altenheim

Nach dem Burger-King-Skandal die nächste RTL-Enthüllung von «Team Wallraff - Reporter undercover»: Undercover-Journalist Günter Wallraff und sein Team decken skandalöse Zustände in deutschen Altenheimen auf. So sehen Sie «Team Wallraff - Report undercover» bei RTL Now in der Wiederholung.

Seit über 40 Jahren Deutschlands «Mr. Undercover»: Günter Wallraff. Bild: dpa

Die Diskussion über die ekelhaften und menschenverachtenden Zustände in vielen Burger-King-Filialen schlagen noch immer hohe Wellen, da zeigte Günter Wallraff bereits die nächste schockierende Enthüllungs-Reportage: über die menschenunwürdigen und kriminellen Verhältnisse in deutschen Pflegeheimen und in der Altenpflege.

Nach Enthüllung von «Team Wallraff - Reporter undercover» bei RTL: Hitzige Leserdebatte über Altenheime

Wie die Leserkommentare bei news.de zeigen, empört das Thema die Menschen: «Endlich liegen Beweise vor, über Zustände die seit langer Zeit bekannt sind. Ich selbst habe zwei Angehörige im Pflegeheim, bin zwischenzeitlich auch mit den beiden umgezogen, aber es ist immer wieder das gleiche Dilemma. Was für ein Armutszeugnis!», schreibt ein Leser. Manfred schreibt: «Wir haben es selbst mitbekommen, wie es im Pfegeheim zugeht (Schwiegermutter). Wir wollte das auch über die «Bild»-Zeitung Hamburg ans Tageslicht bringen, was in diesem Heim abgeht, aber es gab keine Interesse der Zeitung.»

Und Michael F. schreibt: «Ich bin selber seit fast 30 Jahren in der Pflege tätig und kann die Missstände nur bestätigen. Mir wird heute schon schlecht wenn ich daran denke, dass ich auch in einem Heim landen werde.» User IJ fordert eine Reaktion auf die krassen Verhältnisse:«Ich wünsche mir, dass die Regierung zeitnah den Missständen nachgeht und Gegenmaßnahmen ergreift. Weiterhin muss umgehend das Pflegepersonal in den Heimen erhöht werden und die Grundlage für eine anerkennende Entlohnung geschaffen werden.»

«Team Wallraff» beweist: Altenheim-Patienten liegen stundenlang im Urin und werden geschlagen

RTL-Reporterin Pia Osterhaus deckte getarnt als Altenpflege-Praktikantin skandalöse Zustände in Pflegeheimen auf. Insgesamt neun Monate war die Journalistin aus dem «Team Wallraff» undercover im Einsatz.

In dem Münchner Pflegeheim St. Josef von Betreiber Münchenstift, wo die Betreuung jeden Bewohner 2500 bis 4000 Euro im Monat kostet, werden die Patienten im Akkord versorgt. Siebeneinhalb bis fünf Minuten haben die Pfleger morgens für jeden der alten Menschen Zeit: zum Waschen, Anziehen, Füttern, Betten Beziehen - viel zu wenig. Duschen dürfen sie selbst im Sommer nur ein Mal pro Woche. «Ich möchte sterben, dann wird alles still. Hier ist es nicht lebendig», sagte eine alte Frau.

Doch die Patienten werden nicht nur wie am Fließband und unwürdig versorgt - liegen stundenlang im eigenen Urin; sie werden teilweise auch geschlagen. Ein dementer Bewohner hat heftige Hämatome unter den Augen, sieht aus, als hätte er gerade im Boxring gestanden. Eine versteckte Kamera zeigt: Ein Pfleger kämpft mit dem störrischen Patienten. Dann rückt gar die Polizei an, kann aber nichts feststellen. Beschwerden bei der Heimaufsicht führen ins Leere. «Pflegeheime sind rechtsfreie Räume», sagt Experte Claus Fussek.

RTL-Enthüllung: Dreck, Schimmel und Viren - dieses Pflegeheim ist ein lebensgefährlicher Saustall

In einem anderen Pflegeheim der Marseille-Kliniken AG in Berlin-Kreuzberg herrschen ungeheure hygienische Zustände. 30 Bewohner müssen sich eine Toilette teilen, ein Patient haust in einem völlig verdreckten Zimmer. Nicht nur an den Fenstern, auch im Kühlschrank schimmelt es. Zur Morgentoilette werden Kissenbezüge benutzt - da Waschlappen und Handtücher gerade nicht vorhanden sind.

Als im Heim der Norovirus ausbricht, ein gefährlicher Magen-Darm-Virus, wird das vertuscht. Mitarbeitern, die das Gesundheitsamt einschalten wollen, wird mit Kündigung gedroht. Erst als die Heimaufsicht kontrolliert - von einem Insider wurde das Pflegeheim gewarnt - werden die nötigen Schutzmaßnahmen realisiert. «Die schlimmsten Heime gehören geschlossen», fordert Günter Wallraff.

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