Von news.de-Redakteurin Franziska Obst - 25.11.2013, 16.02 Uhr

Esoterik-Abzocke: Das miese Geschäft mit dem Glauben

Die Esoterikbranche boomt. Gut 15 Prozent der Deutschen glauben an die Vorhersagen von Esoterikern und Parawissenschaftlern. Sie sehen in den übersinnlichen Kräften Hoffnung auf Heilung oder ein besseres Leben. Paradiesische Bedingungen für skrupellose Gauner, die sich damit ein goldenes Näschen verdienen.

30 Milliarden Euro im Jahr: Soviel Geld scheffelt die Esoterik-Branche mittlerweile in Deutschland. Gut 50 esoterische Messen finden über das Jahr verteilt bundesweit statt. Und der Andrang ist groß! Denn die Besucher und Interessierten erhoffen sich von den Hellsehern und Parawissenschaftlern eine schnelle und einfache Lebenshilfe.

Esoterik: Freies Feld für Abzocke und Betrügereien

Doch wie gefährlich die Gutgläubigkeit und das Vertrauen in die Esoteriker sein kann, deckt die MRD-Dokumentation «Die Wunderhändler» auf. Denn echte, übernatürliche Fähigkeiten sind im wahren Leben die Ausnahme. Betrüger und Ganoven hingegen nicht. Sie ziehen ihren Nutzen aus der Gutgläubigkeit der Menschen und verdienen sich mit ihren Angeboten ein goldenes Näschen.

So gibt es auf den diversen Esoterik-Messen allerlei Schutzamulette und Energiekristalle zu kaufen. Im Rahmen der Dokumentation besuchte der MDR eine Messe in Leipzig und nahm die Angebote einmal genauer unter die Lupe. So bot ein Händler beispielsweise ein Wunderwasser zur Reinigung der Aura feil: destilliertes Wasser, abgefüllt in kleine Parfüm-Flacons, in denen sich drei sogenannte Energiediamanten befinden. Als er nach der Echtheit der Diamanten und deren Wirksamkeit gefragt wird, zeigt er sich empört. 62 Euro verlangt er für das angeblich reinigende Wasser.

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Mönch, Bauer oder doch Adelsmann?

Auch ein Mondknotenastrologe reagiert äußerst ungehalten, als er auf sein «Handwerk» angesprochen wird. Bei ihm können die Besucher der Messe herausfinden, was sie in ihrem früheren Leben gewesen sind. Alles, was er dafür braucht: das Geburtsdatum und den vollen Namen. Komischerweise wird mehreren Kunden das gleiche Ergebnis ausgedruckt. Also doch nur fauler Zauber und Scharlatanerie? «Den Vorwurf müssen Sie mir erstmal beweisen», setzt sich der Händler zur Wehr. Doch betroffene Hunde bellen bekanntermaßen.

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