BER-Flugrouten Terrorgefahr am Pannenflughafen

Die Wannsee-Flugroute für den neuen Hauptstadtflughafen ist gekippt - und damit voraussichtlich auch wieder einmal der Eröffnungstermin. (Foto)
Die Wannsee-Flugroute für den neuen Hauptstadtflughafen ist gekippt - und damit voraussichtlich auch wieder einmal der Eröffnungstermin. Bild: dapd

Jetzt erhöht der Berliner Pannenflughafen auch noch das Risiko terroristischer Anschläge: Die Wannsee-Flugroute des BER verläuft zu nahe am Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums. Die Misserfolgsgeschichte des Airports geht also weiter - sehr zur Freude einiger Anwohner...

Gegner der geplanten Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg haben einen juristischen Erfolg erzielt. Das gemeinsame Oberverwaltungsgericht (OVG) beider Länder kippte am Mittwochabend die Wannsee-Flugroute. Die Strecke führe zu nah am Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums vorbei, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Risiko für einen Flugunfall oder einen terroristischen Anschlag sei vor Festlegung der Route nicht ermittelt worden. Derzeit gebe es nur veraltete Risikobetrachtungen für den Reaktor.

Weitere Verzögerungen möglich

Eine Neuausschreibung von Aufträgen könnte die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg indes weiter verzögern. Für den Umbau der Gebäudetechnik im Terminal werden aber keine Abbrucharbeiten nötig sein. Das geht aus Äußerungen von Verantwortlichen des Projekts im Bauausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hervor.

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Anwohner freuen sich über Verbot der Flugroute

Vor dem OVG hatten neben den Brandenburger Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Stadt Teltow, mehrere Grundstücksbesitzer und Anwohner des Wannsees geklagt. Sie befürchteten, die geplante Flugroute über den Wannsee könne zu Lärm- und anderen Umweltbelastungen führen. Größte Sorge war aber, dass ein Flugzeug auf einen Forschungsreaktor am Wannsee stürzen könnte. Für 83 Maschinen am Tag sollte die gekippte Flugroute in 1,5 Kilometern Höhe über den Wannsee und Berlin führen. Andere Flugroutengegner, die sich vor allem gegen Flüge über den Müggelsee im Osten Berlins wehren, müssen weiter bangen.

4,3 Milliarden Euro und zahlreiche Umplanungen später...

Die für Oktober geplante Eröffnung des Airports war Anfang Januar auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Hauptgrund ist nach Angaben des Betreibers die komplexe Brandschutzanlage, die noch immer nicht funktioniert. Der Flughafen wird nach jüngster Kalkulation 4,3 Milliarden Euro kosten. Dabei war aber die nochmalige Verzögerung nicht einberechnet.

Der Geschäftsführer des Gesamtprojektsteuerers WSP CBP Airport GmbH, Christian Manninger, berichtete von zahlreichen Umplanungen seit dem Baubeginn 2006. «Jetzt wäre eine flächendeckende Bestandsaufnahme sinnvoll», sagte Manninger. Was gebaut wurde, weiche zum Teil erheblich von den Plänen ab. 

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les/news.de/dpa

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