Griechenland Stillstand im Staat trotz finanzieller Aufwertung

Chronologie
Der Verlauf der griechischen Schuldenkrise

Endlich mal eine gute Nachricht für die Helenen: Bei der Ratingagentur Standard & Poor's haben es die Griechen geschafft, wieder eine B-Wertung zu bekommen. Im Land selbst geht die Heraufstufung jedoch unter - in neuem Streikgetümmel.

Griechenlands Staatsbedienstete sind aus Protest gegen die geplanten Entlassungen im öffentlichen Dienst wieder in den Streik getreten. Schulen, Ministerien und Steuerämter sowie Behörden der Städte bleiben für 24 Stunden geschlossen. Auch Züge fahren nicht, wie die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ADEDY und der Bahn mitteilten. Zudem fielen wegen einer Arbeitsniederlegung der Bediensteten der zivilen Luftfahrt einige Inlandsflüge aus.

Im Zuge der Einsparungen sollen in den nächsten Jahren rund 150.000 Staatsbedienstete in Griechenland ihren Job verlieren. An den Streiks nehmen auch Apotheker und Ärzte staatlicher Krankenkassen teil. Ihnen schuldet der Staat nach Angaben ihrer Gewerkschaften mehr als eine Milliarde Euro. Um die Mittagszeit wollen Staatsbedienstete im Zentrum Athens demonstrieren.

Unterdessen hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Griechenlands um mehrere Stufen angehoben. Nach bislang «CCC» auf «B-» herauf. Die anderen 16 Staaten der Eurozone seien glaubwürdig dazu entschlossen, Griechenland in der Währungsunion zu halten, hieß es zur Begründung. Den Ausblick bewertete die Agentur als «stabil». Demnach sind in den kommenden Monaten keine Anpassungen des Ratings zu erwarten.

Die Euro-Partner hatten Griechenland am Montag die nächste Tranche der Notkredite in Höhe von 34,3 Milliarden Euro überwiesen. Zuvor hatte Athen erfolgreich ein Anleihenrückkaufprogramm umgesetzt, um den griechischen Schuldenberg zu reduzieren.

Kurz vor der Ratinganpassung nahm Griechenland bei einer Auktion kurzfristiger Anleihen am Dienstag frisches Geld zu niedrigeren Zinsen auf. Das schuldengeplagte Land erlöste bei der Versteigerung von Papieren mit einer Laufzeit von 13 Wochen insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Der Zinssatz lag nach Angaben der griechischen Schuldenbehörde bei 4,11 Prozent. Bei einer ähnlichen Anleihenauktion am 13. November lag die Rendite noch bei 4,2 Prozent.

Griechenland
Helenen müssen im Winter frieren
Video: afp

ham/news.de/dpa/dapd

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