Kein Alibi Nachhaltigkeit aus der Nische holen

Ranking
Die grünsten Marken der Welt

Von news.de-Redakteurin
Green Economy ist bei Unternehmen en vogue. Doch um sich branchenübergreifend durchzusetzen, ist das zu wenig. Dafür muss ein Bewusstseinswandel stattfinden. Zu oft herrscht noch der Aberglaube, Ökologie und Unternehmenserfolg schließen sich aus. Doch das muss nicht sein.

Immer wieder hört man von katastrophalen Arbeitsbedingungen in Billiglohn-Ländern wie Asien oder Afrika, in denen auch namhafte deutsche Firmen fertigen lassen. Jahr um Jahr erschüttern Lebensmittelskandale die Gesellschaft; der Konsument fragt sich mittlerweile oft, was er überhaupt noch essen kann. So schlimm solche Skandale sind, so nützlich können sie sein. Denn sie sensibilisieren für ein Thema, das viel zu lange vernachlässigt wurde: Nachhaltigkeit.

Unternehmen können sich mittlerweile nicht mehr herausreden und vor ihrer Verantwortung drücken für Produktionszustände in noch so fernen Zuliefererbetrieben. Weil sie sonst Raubbau an Mensch und Natur betreiben und sich damit langfristig auch ihrer eigenen Ressourcen entledigen. Noch viel zu oft ist das der Fall. Doch die Anreize, endlich umzusatteln, werden größer und dringlicher: Ressourcenknappheit, staatliche Vorgaben und nicht zuletzt grüner werdende Konsumentenvorlieben erzeugen einen wichtigen und richtigen Druck auf Unternehmen, nachhaltiger zu wirtschaften.

Greenwashing
Wo Grün das neue Schwarz ist

Firmen müssen begreifen, dass grüne Strategien kein Kostenfaktor, sondern vor allem ein Profitfaktor sind. Weil Wirtschaft nach ökologischen und sozialethischen Standards langfristig Kosten spart. Oder was nützt einem Unternehmen ein zweistelliges Wachstum, wenn es den Preis dafür später doppelt und dreifach zahlen muss, etwa weil das Naturkapital schlicht aufgebraucht ist? Viele Manager denken hier bereits um, wollen kein Wachstum auf Gedeih und Verderb, sondern suchen den gesunden Mittelweg.

Bei Einzelfällen darf es allerdings nicht bleiben. Wenn Puma in einer «ehrlichen» Bilanz offenlegt, wie mit der eigenen Produktion die Umwelt belastet wird, oder gelobt, sämtlich Bälle und Schuhe künftig komplett lederfrei herzustellen, ist das löblich. Wenn Branchenkollegen aber weiter mit Intransparenz und Ignoranz glänzen, bleibt der Vorstoß ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem sind solche Vorreiter genauso unabdingbar wie Kampagnen à la «Detox our future» von Greenpeace, die versuchen, einen Branchendialog zu initiieren und mehr und mehr Marken ins Boot zu holen.

Denn wie sagt man so schön: Steter Tropfen höhlt den Stein. Nachhaltigkeit ist ein Prozess - auf unternehmerischer und individueller Ebene. Von einzelnen Initiativen zu dauerhaften grünen Mindeststandards ist es ein großer, aber machbarer und notwendiger Schritt, den auch der Verbraucher zunehmend einfordern wird. Noch sind nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum die Abweichung von der Norm. Den damit verbundenen Idealismus muss man sich leisten können. Bleibt zu hoffen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das ändert und Nachhaltigkeit zum Standard wird.

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zij/news.de

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