Neuzulassungen Deutlich weniger Autos verkauft

Elektroautos auf Sylt
Unsexy, aber unschlagbar günstig
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Für Umweltschützer ist es eine gute Nachricht: Im September wurden elf Prozent weniger Neuwagen zugelassen als im August. Die Industrie spricht von einer Absatzkrise am Automarkt. Einig dürften sich Ökologen und Fabrikanten beim Thema Elektroautos sein: Die brauchen dringend Starthilfe.

Die Absatzkrise am deutschen Automarkt spitzt sich zu. Im September wurden in Deutschland rund 250.000 Neuwagen zugelassen - das sind rund 11 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Importeure VDIK berichtete. Damit liege der Pkw-Markt hierzulande nach einem guten Jahresstart nach den ersten neun Monaten um 1,8 Prozent unter Vorjahresniveau. Seit Januar sind auf deuschen Straßen 2,36 Millionen neue Autos unterwegs.

Der Anteil von Pkw mit alternativen Antriebstechniken wie Flüssiggas-, Erdgas-, Hybrid- und Elektroantrieb erreiche inzwischen 1,2 Prozent am deutschen Gesamtmarkt. Allerdings sei die Nachfrage nach reinen Elektroautos enttäuschend. «Die Neuzulassungen von Elektro-Pkw bleiben mit einem Anteil von 0,087 Prozent am Gesamtmarkt deutlich unter den Erwartungen», sagte VDIK-Präsident Volker Lange.

Elektroautos brauchen politische Starthilfe

Nachdem Politik und Autowirtschaft sich beim «Autogipfel» am Montag nicht auf eine Prämie beim Kauf eines Elektroautos geeinigt haben, forderte Lange die Bundesregierung auf, zumindest als ersten Schritt den im Mai getroffenen Kabinettsbeschluss zur steuerlichen Förderung von Elektrofahrzeugen schnellstmöglich umzusetzen: «Es ist jetzt schon deutlich, dass ohne diese Maßnahmen das Ziel der Bundesregierung nach wie vor nicht erreicht werden kann.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag das Ziel bekräftigt, bis 2020 eine Million E-Autos auf den Straßen zu haben. Zwar sei dieses Ziel «nicht ganz einfach» zu erreichen. Merkel hielte es aber für falsch, jetzt die Ziele aufzugeben, da noch acht Jahre Arbeit bevor stünden. Einen Anschub durch eine Prämie lehnt die Regierung bisher ab.

iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • hector
  • Kommentar 2
  • 14.12.2012 12:24

Die Autoindustrie ist die einzig verbliebene Großindustrie in Deutschland. Würde die gesamte Autoindustrie bei uns kaputtgehen, wäre dies eine Katastrophe für unser Land. VW, Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel/GM, sind die wichtigsten Arbeitgeber, da von diesen auch eine Vielzahl weiterer Firmen, sowohl Entwickler als auch Produzenten und andere Wirtschaftszweige abhängen. Selbst für Konzerne wie Bosch oder die Bauwirtschaft ist die Autoindustrie die wichtigste Schlüsselindustrie. Deshalb müssen wir alles tun, die Autoindustrie bei uns zu erhalten. Ganz sicher werden aber auch diese weitere Standorte in China und Indien ausbauen, wodurch dann Arbeitsplätze bei uns verlorengehen werden.

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  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 04.10.2012 21:30

Eine Schmarotzerrepublik ist eine Republik, in der z.B. ein Arbeitnehmer, der in ein Kfz aus heimischer Produktion viel Geld investiert hat, um damit zur Arbeit zu fahren zwecks Einkommen für sich und seine Familie und nebenbei auch den Staat (Steuerabgaben), nach einem Totalschaden keine Steuererleichterung zur Abmilderung noch bestehender Restfinanzierung erfährt, während sogar Bezieher von staatlichen Fürsorgemitteln Prämien im Rahmen eines Konsumpaketes zur Förderung der nationalen Wirtschaft bekommen, mit der sie sich letztlich doch nur billige Vehikel aus Niedriglohnländern finanzieren!

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