Facebook Das Börsentrauma geht weiter

Mark Zuckerberg und Co.
Jung, innovativ und steinreich

Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
An der Facebook-Front ist Alarm angesagt: Noch immer strauchelt das Onlineunternehmen an der New Yorker Börse. Anleger und Beobachter zweifeln am Geschäftsmodell und sehen auf dem mobilen Markt alle Felle davonschwimmen. Und die nächste Zerreißprobe wartet schon.

Facebook kommt auf keinen grünen Zweig, zumindest nicht an der Börse. Am Montag erreichte das Soziale Netzwerk ein neues Aktientief: Zum Börsenschluss war ein Papier gerade einmal 20,79 Dollar wert - ein Minus von neun Prozent. Erst Ende September war die Aktie auf ein Allzeittief von 17,55 Dollar gestürzt, weniger als die Hälfte vom Ausgabepreis zum Börsenstart Anfang Mai. Schon damals ließ das unsichere Werbegeschäft Facebooks den Preis in den Keller sinken; Umsatzzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück.

Diesmal schürt das US-Wirtschaftsmagazin Barron's Zweifel an Facebooks Wirtschaftlichkeit. Seine Aktien seien allenfalls 15 Dollar wert, heißt es in der Wochenendausgabe des Blattes. Immer mehr Onliner nutzten das Soziale Netzwerk via Smartphone, doch da sei Werbung noch schlechter zu platzieren als ohnehin, so die Begründung. Die Rechnung ist einfach: Kleine Bildschirme bedeuten weniger Platz. Wo sich auf einer traditionellen Computeroberfläche gleich mehrere Anzeigen unterbringen lassen, passen auf ein Handydisplay deutlich weniger.

Werbliche Trefferquote unbekannt

Der lange stiefmütterlich behandelte mobile Markt ist dennoch Facebooks Zukunft. Von rund 955 Millionen Nutzern greifen 543 Millionen über mobile Endgeräte auf das soziale Netzwerk zu. Das weiß auch Gründer Mark Zuckerberg, der bei seiner ersten öffentlichen Rede nach dem lauen Börsengang Besserung gelobte. Im mobilen Bereich werde an neuen Produkten gearbeitet, mit denen man auf jedem Smartphone vertreten sein wolle, gab sich der Chef optimistisch. Tatsächlich aber ist mobile Werbung ein Problemfall.

Noch mehr als in der Computer-Umgebung werden Anzeigen auf Smartphones als störend empfunden - erst recht in einer vermeintlich so privaten Sphäre wie der eines sozialen Netzwerks. Zudem ist die Banner-Darstellung noch lange nicht perfekt. Auf Facebook soll Werbung jüngsten Tests zufolge zwar wie gewohnt personalisiert, also auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden. Doch neben der Frage, wie viel Zugriff Facebook seinen Werbekunden zu diesem Zweck auf Nutzerdaten gewährt, stellt sich auch die Frage: Wie hoch ist die Trefferquote wirklich?

Blamieren im Netz
Peinlich, peinlicher, Facebook

Studien zweifeln immer wieder daran, dass Facebooks Werbeformen ihre Zielgruppen wie erhofft erreichen. Großkunden sind deshalb schon abgesprungen. Kurz vor dem Börsengang etwa hatte sich General Motors verabschiedet, eines der größten werbetreibenden Unternehmen der USA. Weil Werbung bei Facebook nichts bringe, wie es hieß. Die Folge: Wachsende Nutzerzahlen setzen sich nicht in steigende Werbeeinnahmen um - zumal viele neue Mitglieder aus Regionen stammen, die als Zielgruppe noch wenig erschlossen sind.

Nächste Haltefrist läuft aus

Wenn das soziale Netzwerk künftig keine verlässlichen Erfolgsdaten liefern kann, die nachvollziehbar machen, wen der Kunde mit seinen Werbebotschaften erreicht, dürfte Facebooks werbefinanziertes Geschäftsmodell ins Wanken geraten. Ob es auf dem mobilen Markt überhaupt eine Chance hat, wird von Zuckerbergs Strategie und den neuen Produkten abhängen, die er angekündigt hat. Sie sollte er besser schnell präsentieren, denn am 14. November droht die nächste Zerreißprobe.

Dann läuft erneut eine Haltefrist für Investoren aus. Das heißt: Sie können ihre Facebook-Aktien abstoßen, um keine weiteren Verluste zu riskieren. Es geht um 1,2 Milliarden Wertpapiere, die die Gefahr eines neuen Allzeittiefs bergen. Bereits unter dem Ende der ersten Frist Mitte August hatte die Aktie gelitten - allein die Angst davor, Millionen zusätzlicher Facebook-Papiere würden das Börsen-Parkett überschwemmen, kostete sie mehrere Prozentpunkte.

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sca/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Sven Forbis
  • Kommentar 1
  • 26.09.2012 17:52

Mich kann die Werbung auf Facebook gar nicht nerven, weil ich noch nie mit Facebook in Berührung gekommen bin. Ich meide Facebook, wie der Teufel das Weihwasser. Im übrigen freue ich mich über alle Raffkes, die mit den Aktien von Facebook ordentlich Geld verloren haben. Es gibt wichtigeres in dieser Welt, als seine Zeit mit Facebook zu verbringen.

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