Ufo-Arbeitskampf Lufthansa-Megastreik setzt Bahn unter Druck

1200 gestrichene Flüge bei der Lufthansa machen auch der Deutschen Bahn zu schaffen. Das Unternehmen empfiehlt Reisenden wegen des bevorstehenden Streiks des Lufthansa-Kabinenpersonals dringend eine Platzreservierung.

Das Chaos scheint vorprogrammiert. Die Lufthansa streicht morgen wegen des angekündigten Kabinenstreiks der Gewerkschaft Ufo zwei Drittel ihrer Flüge. Vielen Reisenden bleibt dann vermutlich nichts anderes übrig, als auf die Schienen auszuweichen.

Die Deutsche Bahn sieht sich für diesen Fall allerdings gut vorbereitet. Das Unternehmen werde «alle zur Verfügung stehenden Züge bereitstellen», um die zusätzlichen Fahrgäste aufnehmen zu können, teilte die Bahn in Berlin mit. Bei Bedarf würden in besonders stark genutzten Bahnhöfen zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt.

Vor allem auf den Strecken Frankfurt-München, Frankfurt-Berlin und München-Stuttgart rechnet die Bahn mit großem Andrang. Die Bahn empfahl Reisenden eine Sitzplatzreservierung. Gestrandete Lufthansa-Kunden können im innerdeutschen Verkehr ihre Tickets in Reisegutscheine für die Deutsche Bahn umwandeln lassen. Dieser Gutschein gilt als Fahrschein. Bei Verbindungen ins Ausland müssen die Reisegutscheine vor Fahrtantritt an einem Bahn-Schalter gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

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Sobald ein Flug annulliert ist, können Reisende kostenlos auf die Bahn umbuchen oder ihr Ticket zurückgeben. «Dieses Recht steht Fluggästen erst zu, wenn der Flug offiziell annulliert wurde», erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Eventuell erfolge ein Umbuchung oder Stornierung im Voraus auf Kulanz, andernfalls bleibt der Kunde möglicherweise auf seinen Mehrkosten sitzen.

Fluggäste können am Schalter oder im Internet Ersatztickets für ihre Flüge erhalten - bei Letzterem erspart sich der Reisende die Anfahrt und das Schlangestehen. Überall gilt aber: «‹Wer zuerst kommt, mahlt zuerst› - sprich: Wer zuerst am Schalter ist, erhält den nächsten verfügbaren Flug», sagt Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Der Passagier kann sich auch entscheiden, ob er die Reise überhaupt noch antritt. Tut er es nicht, muss die Fluggesellschaft laut dem ADAC den Kaufpreis erstatten. Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, sollte sich der Reisende für Umbuchungen oder eventuelle Entschädigung an seinen Reiseveranstalter wenden.

wam/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • resmal
  • Kommentar 1
  • 06.09.2012 20:19

Hoffentlich ist der Streik bald beendet und Deutschland hat einen neuen Star.Aber es gibt auch noch Alternativen zur Bahn und der Streik sollte ihnen zu mehr Popularität verhelfen.Z.B Mitfahrgelegenheit. de und deinbus.de.Die Leser wissen vielleicht noch mehr.

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