Vattenfall-Prognose Verbraucher muss für Energiewende bluten

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Energiekonzerne kalkulieren für die Zukunft, und die wird teurer als gedacht. Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka rechnet bis 2020 mit einem Drittel Mehrkosten, die der Verbraucher für seinen Strom berappen muss. Schuld seien Verzögerungen bei der Energiewende. Umweltminister Peter Altmaier wiegelt ab.

Infolge der Energiewende werden die Strompreise nach Einschätzung von Vattenfall-Europachef Tuomo Hatakka bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent steigen. Allein in den nächsten zehn Jahren seien für die Energiewende Investitionen von 150 Milliarden Euro nötig. «Ein Großteil dieser Kosten wird qua Gesetz auf die Stromrechnung umgelegt werden», sagte der Europachef des Energiekonzerns der Süddeutschen Zeitung.

Er geht zudem von Verzögerungen bei der Energiewende aus. Schuld seien Verzögerungen bei wichtigen Großprojekten, etwa dem Anschluss der Windparks auf See. Trotzdem werde es in den kommenden zehn Jahren keine Engpässe bei der Stromversorgung geben. «Lediglich im Süden Deutschlands gibt es Problemzonen», sagte Hatakka. Dort müssten neue Kraftwerke gebaut werden.

Der Strom der Zukunft
Wo es bei der Energiewende hapert

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hält Hatakkas Prognosen für übertrieben und wies sie als unseriös zurück. Dies könne man gar nicht seriös kalkulieren, sagte Altmaier am Montag im Deutschlandfunk. Ob die Energiewende billiger oder teurer werde, hänge davon ab, wie sie organisiert werde, so der Minister weiter. Er selbst habe keine Prognosen genannt. Jeden Tag gebe es neue Voraussagen. All das trage nicht zur Beruhigung der Diskussion bei, rügte der CDU-Politiker.

Er nannte als Ziel, die Belastungen für die Verbraucher durch die Energiewende in einem «verträglichen Rahmen» zu halten. Die Steigerungen der Energiepreise in den vergangenen Jahren schrieb der Minister vor allem den gestiegenen Öl- und Gaspreisen zu, die mit der Energiewende nichts zu tun hätten. Erst in den vergangenen ein bis zwei Jahren sei dies anders. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei schneller als erwartet erfolgt, womit der Netzausbau aber nicht Schritt gehalten habe.

Studie: Kohle und Atom im Grunde viel teurer als Ökostrom

Eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt indes, dass konventionelle Energien die Verbraucher unter dem Strich rund doppelt so teuer zu stehen kommen wie erneuerbare Energien. «Kohle und Atom verursachen deutlich mehr Kosten, als auf der Stromrechnung ausgewiesen werden», sagte Greenpeace-Energy-Experte Marcel Keiffenheim am Montag in Berlin.

Das begründen der Ökostromanbieter und der Bundesverband Windenergie unter Berufung auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie damit, dass staatliche Förderungen und externe Kosten wie Klimaschäden oder Folgekosten eines nuklearen Unfalls im aktuellen Strompreis nicht berücksichtigt werden. Würden diese einfließen, läge nach Berechnungen der Verfasser der Studie eine fiktive Kohle- und Atomstrom-Umlage 2012 demnach bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde. Das wäre fast dreimal so hoch wie die derzeitige Ökostrom-Umlage von 3,6 Cent.

«Immer wieder müssen die erneuerbaren Energien als Preistreiber herhalten. Dabei sind sie schon heute günstiger als Kohle und Atom», sagte Keiffenheim. Unter Einbeziehung aller Kosten läge der Preis für eine Kilowattstunde Windstrom 2012 bei 8,1 Cent und für Wasserkraft bei 7,6 Cent, heißt es in der Studie. Steinkohle koste demnach 14,8 Cent pro Kilowattstunde und Atomkraft 16,4 Cent.

Lesen Sie zur Strompreisdebatte den Kommentar von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann.

Studie beweist
Versorger kassieren zu viel für Strom
Video: dpaafx

zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Chika4482
  • Kommentar 4
  • 27.08.2012 17:09

Das Wichtigste ist das Strom für ALLE bezahlbar bleibt!!!Und nicht zum Luxusgut verkommt! Wenn nicht jeder an allem Mitverdienen wollen würde, würde es schon ganz anders aussehen! :-(

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  • Werner999
  • Kommentar 3
  • 27.08.2012 16:51

Dieser kollektive Ökowahn wird dem kleinen Endverbraucher noch viel mehr Geld und Umweltprobleme kosten. Hinzugerechnet noch die Kosten durch ungerechtfertigte Preisaufschläge dank des Gewinnstrebens der privatwirtschaftlichen Energieunternehmen wird das der Ruin für sehr viele schwache Privathaushalte. Hört endlich auf, diesen kollektiven Wahnsinn mitzutragen.

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  • michelpm
  • Kommentar 2
  • 27.08.2012 12:56

Und die Roten auch nicht mehr wählen..Sie haben die grünen aus WAHL taktischen Gründen machen lassen..allen voran der kleine dicke Gabriel SIE REDEN VIEL, MACHEN ABER NICHTS..U BESCHIMPFEN, DIE DIE ES DANN TUN MÜSSEN!

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