Verkäufe sinken Opel kämpft um sein Leben

Petrus fährt Opel
Opeltreffen Oschersleben

Unverkaufte Opel sammeln sich bei den Autohändlern, in der Rüsselsheimer Zentrale türmen sich die Verluste: Es sieht nicht gut aus für Opel. Um 13 Prozent sind die Verkäufe im Vergleich zu 2011 gesunken, das Werk in Bochum scheint in Gefahr.

Der Autoabsatz sinkt in Deutschland, fast fünf Prozent weniger Neuwagen wurden im Juli im Vergleich zum Vorjahr verkauft. Besonders hart trifft das den angeschlagenen Rüsselsheimer Autobauer Opel. Zuletzt hat sich die Lage für die General-Motors-Tochter noch einmal verschlechtert. Die Rezession verfestige sich, erklärte der GM-Manager und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Stephen Girsky.

Der US-Mutterkonzern General Motors schrieb im zweiten Quartal in seinem Europageschäft - das im Wesentlichen aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall besteht - einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Im ersten Quartal hatte der Verlust noch bei 256 Millionen Dollar gelegen, im Vorjahreszeitraum hatte GM Europe sogar Gewinn gemacht.

«Wir sind nicht schnell genug gewesen, um jene Faktoren anzugehen, die wir beeinflussen können», sagte Girsky. «Wir haben einen klaren Plan, um dies zu ändern. Insbesondere, wenn wir uns vor Augen führen, wie deutlich der europäische Markt zurückgeht und wie sich das auf die Automobilindustrie auswirkt.»

13 Prozent Minus bei Opel-Verkäufen

Die Opel-Werke sind bei Weitem nicht ausgelastet, immer wieder wird über die Schließung des Standorts Bochum spekuliert. Um die Probleme anzugehen, hatte die Konzernführung aus Detroit große Teile des Opel-Managements ausgetauscht. Auch Firmenchef Karl-Friedrich Stracke musste Mitte Juli gehen. Das Unternehmen wird nun bis auf Weiteres von Strategievorstand Thomas Sedran geleitet.

Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe von Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 298.000 zurück. «Wir arbeiten hart, um unsere Profitabilität zu verbessern», erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Girsky. Die Kosten in der Produktion sollen runter, auch die Bürokratie soll reduziert werden. Parallel hofft Opel darauf, mit neuen Modelle wie dem kleinen SUV Mokka die Kunden zurückzugewinnen. Das Auto erscheint im dritten Quartal. Anfang 2013 folgt der Kleinwagen Adam.

Evas Traumwagen
Opel Adam

Mutterfirma General Motors steht auch schlecht da

Die Probleme in Europa belasten den gesamten GM-Konzern. Erschwerend kommt hinzu, dass auch das Geschäft auf dem Heimatmarkt Nordamerika zuletzt weniger Geld abgeworfen hat. Unterm Strich verdiente GM noch 1,5 Milliarden Dollar - was ein Rückgang von 41 Prozent war. Der Umsatz schrumpfte um 4 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.

«Wir haben sicherlich noch mehr Arbeit vor uns, um dem Gegenwind zu trotzen, der uns besonders in Regionen wie Europa und Südamerika entgegen bläst», sagte GM-Chef Dan Akerson in Detroit. Die GM-Aktie stieg dennoch vorbörslich um zwei Prozent - die Analysten hatten mit einem noch schlechteren Abschneiden gerechnet. Bereits der Rivale Ford hatte schwer unter dem Käuferschwund in Europa gelitten.

iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 3
  • 11.08.2012 12:36

In einer Schmarotzerrepublik ist Diesel billiger als Benzin bei gleichem Volumen, obwohl Energiedichte von Diesel sowie Kohlendioxidanteil nach dessen Verbrennung gegenüber gleichem Volumen Benzin größer sind. Außerdem entstehen bei Verbrennung von Diesel mehr gesundheitsschädigende Stoffe. Diesel dürfte nur für Gütertransport und öffentlichen Personenverkehr günstiger besteuert werden. Für Pkw hingegen müssen bei Besteuerung verschiedener Kraftstoffarten gleiche Bedingungen gelten. Dieselbetriebene Pkw sind zwar in der Anschaffung teurer, profitieren dafür aber ja vom günstigeren Verbrauch!

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  • Pazifiko
  • Kommentar 2
  • 11.08.2012 12:35

Eine Schmarotzerrepublik ist eine Republik, in der z.B. ein Arbeitnehmer, der in ein Kfz aus heimischer Produktion viel Geld investiert hat, um damit zur Arbeit zu fahren zwecks Einkommen für sich und seine Familie und nebenbei auch den Staat (Steuerabgaben), nach einem Totalschaden keine Steuererleichterung zur Abmilderung noch bestehender Restfinanzierung erfährt, während sogar Bezieher von staatlichen Fürsorgemitteln Prämien im Rahmen eines Konsumpaketes zur Förderung der nationalen Wirtschaft bekommen, mit der sie sich letztlich doch nur billige Vehikel aus Niedriglohnländern finanzieren!

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  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 04.08.2012 06:35

Würde Arbeitnehmern eine angemessene Entfernungspauschale gezahlt, dann würden viele eher für ein teureres Kfz aus deutscher Produktion optieren. Auch sollten Arbeitnehmer in jedem Fall eines Unfalles steuerlich entlastet werden, was leider nicht immer geschieht. Bei Totalschaden bleibt den Geschädigten oft keine andere Wahl als sich für ein billiges Kfz aus Niedriglohnländern zu entscheiden. Auf der Strecke bleiben die deutschen Autobauer, allen Bemühungen umweltfreundlichere Autos zu bauen zum Trotz. Die Staatsführung begreift nicht, dass sie sich somit langfristig selbst das Wasser abgräbt!

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