Mayer, Sandberg & Co. Diese Frauen regieren die IT-Welt

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Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
Jetzt sind sie schon zu viert: Mit Marissa Mayer an der Spitze von Yahoo formiert sich in der IT-Branche ein rein weibliches Führungsquartett. Auch bei IBM, HP und Facebook haben Frauen den Chefsessel erobert. News.de stellt sie vor.

Die Berufung von Marissa Mayer zur neuen Yahoo-Chefin kam einem kleinen Paukenschlag in der IT-Branche gleich. Am 16. Juli machte das Internetunternehmen sie zur neuen Vorstandsvorsitzenden. Das war gleich aus mehreren Gründen eine Überraschung: Nicht nur, dass Mayer als Vizepräsidentin von Google bereits einen mehr als lukrativen Branchenjob inne hatte, den sie laut New York Times erst am Montagnachmittag gekündigt haben soll. Am Tag ihres Jobwechsels gab die 37-Jährige außerdem bekannt, dass sie ihm Oktober ihr erstes Kind erwartet. Bei der Vergabe des Chefpostens habe das keine Rolle gespielt, ließ Yahoo verlauten.

Dennoch ist die Anstellung einer Hochschwangeren ein Novum - auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unabhängig davon hat der krisengebeutelte Konzern mit Mayer einen guten Fang gemacht. Die studierte Informatikerin wurde bereits 2008 von einem US-Wirtschaftsmagazin unter die 50 mächtigsten Frauen der Welt gewählt. Das Illinois Institut of Technology verlieh ihr die Ehrendoktorwürde im Bereich Programmierung, da war sie gerade einmal 34. Bei Google zeichnete sie für das Design von Haupt- und Suchseite verantwortlich und brachte Produktstarts auf den Weg.

Einen solch kreativen Kopf hat Yahoo dringend nötig. Denn während das Unternehmen mit seinen Such- und Mailangeboten auf der Stelle tritt, ist die Konkurrenz davongeeilt - allen voran Google. Das schlägt sich am deutlichsten in Zahlen nieder: Während die Yahoo-Suche 6,5 Prozent Marktanteil hält, entfällt der Mammutanteil auf Google mit 83 Prozent. An der Börse dotiert der Suchmaschinenriese derzeit bei knapp 150 Milliarden Dollar, Yahoo bei vergleichsweise mageren 19 Milliarden.

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Am Hungertuch nagt der Konzern aber noch nicht. Mayer zahlt er ein Grundgehalt von einer Million Dollar; hinzu kommen Aktienanteile und Prämien, ebenfalls in Millionenhöhe. Das alles wohl in der Hoffnung auf steigende Umsatzzahlen und mehr Stabilität innerhalb des Unternehmens, dessen letzte Chefs nicht lange im Amt weilten. Scott Thompson musste seinen Posten nach nur wenigen Monaten wegen eines falschen Lebenslaufs wieder räumen. Auch seine Vorgängerin Carol Bartz hielt es nur zwei Jahre bei Yahoo; 2011 wurde sie wegen mangelnder Erfolgsquote gefeuert.

Bleibt zu hoffen, dass Mayer länger besteht. An der Spitze einer weltweit bekannten IT-Marke befindet sie sich jedenfalls in illustrer Gesellschaft und komplettiert eine neue Generation weiblicher Führungselite. Denn in der vermeintlichen Männerdomäne haben sich in jüngster Zeit vor allem drei Frauen als Chefinnen einen Namen gemacht. Meg Whitman, Jahrgang 1956, war in einer ähnlichen Situation wie Mayer, als sie im September 2011 die Geschäfte beim IT-Konzern Hewlett-Packard HP übernahm. Ihr Vorgänger Léo Apotheker war nur elf Monate im Job, die Aktien hatten währenddessen fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Die Ex-Ebay-Chefin soll HP nun mit einer Sanierung zu neuer Marktstärke verhelfen.

Kurz nach Whitman besetzte eine weitere Frau den Chefsessel eines großen Computerherstellers. Virginia Rometty (54) beerbte zum Jahreswechsel Sam Palmisano als erste Chefin bei IBM. Bereits seit 1981 im Unternehmen, hatte sich die Systemtechnikerin kontinuierlich bis zur Vertriebsleiterin hochgearbeitet. Nun muss sie sich als Managerin an der Spitze eines 250-Milliarden-Dollar-Konzerns behaupten. Der Vergleich mit Whitman liegt nahe, doch während deren Aufgabe vor allem darin besteht, Scherben aufzukehren, soll Rometty den Laden «nur» auf Kurs halten.

Die wohl Bekannteste im Bunde des weiblichen IT-Quartetts ist Sheryl Sandberg (42), Mark Zuckerbergs rechte Hand. 2008 warb er sie von Google ab, von da an ging es mit dem Wachstum des sozialen Netzwerkes steil bergauf. Sandberg monetarisierte den Boom durch den Aufbau eines Werbegeschäfts. Auf der Roadshow zum Börsengang von Facebook warb sie gemeinsam mit Zuckerberg um Investitionen. Mittlerweile ist sie nicht mehr nur Vizechefin des Unternehmens, sondern auch einzige Frau im Verwaltungsrat. Forbes wählte sie 2011 nicht umsonst auf Platz fünf der 100 mächtigsten Frauen weltweit.

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jag/ham/news.de

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