Zurker Anti-Facebook macht Nutzer zu Eigentümern

Es befindet sich noch in der Betaphase, verspricht aber bereits Großes: Das soziale Netzwerk Zurker will seine Nutzer zu Anteilseignern machen und bei Entwicklungsfragen mitreden lassen. Eine Kampfansage an Internetriese Facebook, von dem sich Zurker mit seinem netzdemokratischen Ansatz abheben will.

Das zweite Leben im Netz: Die Welt der Sozialen Netzwerke

Sie scheuen den Vergleich mit Facebook nicht, ganz im Gegenteil. Die Macher von Zurker haben den Namen ihres sozialen Netzwerkes ganz bewusst in Anlehnung an Facebook-Gründer und Multimilliardär Mark Zuckerberg gewählt. Oder vielleicht sollte man besser Ablehnung sagen. Denn Zurker will bewusst anders sein als der große Konkurrent, wirbt mit einem faireren Geschäftsmodell und mit «coolen Features», die es bei Facebook nicht gibt.

Welche das genau sind, können derzeit nur etwa 200.000 Mitglieder sagen. So viele User hat Zurker mit relativ wenig Werbung innerhalb kurzer Zeit weltweit gewonnen. Im Vergleich zu Facebooks knapper Milliarde sind das Peanuts, doch angesichts der Strategie von Zurker ist die Zahl ganz respektabel. Denn das Netzwerk setzt - wie auch schon Google+ in seiner Anfangsphase - auf eine begrenzte Nutzerschaft via Einladung.

Weil Zurker sich noch in einer nicht-öffentlichen Betaversion befindet, werden neue Mitglieder nur per Einladungslink angenommen. Wer einmal drin ist, hat die Chance, nicht nur Nutzer, sondern auch Anteilseigner des Netzwerks zu werden, und zwar über sogenannte vShares (virtuelle Anteile). In diesen Genuss kommen jene, die neue Mitglieder anwerben oder für ihre Anteile zahlen - je vShare wird ein Euro fällig.

Mehr Mitbestimmung und am Ende vielleicht sogar Gewinn

Dieses Genossenschaftsmodell hat nicht nur zur Folge, dass Zurker zu großen Teilen seinen Nutzern selbst und nicht unbekannten Investoren gehört. Mit ihm gehen auch weit mehr Freiheiten für die Nutzer einher, als das bei Facebook der Fall ist. So zumindest lautet das Versprechen der Macher. Mitglieder könnten selbst entscheiden, was mit ihren Daten passiert, und hätten bei der Weiterentwicklung der Plattform Mitspracherechte. Die werden bei Facebook bekanntermaßen gerne einmal übergangen, wie zuletzt beim Umschreiben der E-Mail-Adressen.

Zurker beruft sich auf genau diesen Unterschied. Denn rein technisch ist das soziale Netzwerk keine Neuerfindung: Genauso wie bei Facebook kann man Status-Updates absetzen, Fotos und Links posten, sich mit Freunden vernetzen, Fanseiten liken, und und und - die üblichen Funktionen eben. Ob allein der Mehrwert ausreicht, mit einer Mitgliedschaft auch Anteile an Zurker erwerben zu können, um mehr Nutzer zu gewinnen und zu einer echten Konkurrenz zu werden, bleibt fraglich.

Mark Zuckerberg und Co.: Jung, innovativ und steinreich

Zumal auch hinter Zurker ein Kopf steckt, der (noch) die Fäden zieht. Dabei handelt es sich laut Spiegel Online um den japanisch stämmigen Naoki Oba, der das Projekt und seine Regionalseiten mit Hilfe einer Assistentin managt. De facto gehört ihm Zurker. Dass Anteile tatsächlich einmal in die Hände von Nutzern wandern und sich vielleicht sogar - im Falle eines Erfolgs der Plattform - monetarisieren, ist derzeit nur ein Versprechen. Man qualifiziert sich sozusagen vorerst für den Miteigentümerstatus, noch hat man davon aber nichts.

Dennoch: Hält Oba sein Versprechen und entwickelt sich Zurker perspektivisch wie gewünscht, könnten Mitglieder über ihre virtuellen Anteile an Werbeeinnahmen oder Verkaufserlösen beteiligt werden. Und das müssten sie auch, schließlich hätten sie laut Geschäftsmodell netzdemokratisch am Erfolg des sozialen Netzwerks mitgewirkt. Über Kontrollverlust bei den eigenen Daten könnte sich dann auch keiner mehr beschweren - nicht zuletzt, weil man an deren Vermarktung mitverdient.

loc/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • werner schlebach
  • Kommentar 1
  • 14.07.2012 20:47

Absolutely great idea. Opposition to anything on our planet is good and healthy. Not only that, it is really necessary! - Long live Zurker and best of luck to Oba and all already behind Zurker! Werner Schlebach from a snow-covered, freezing South Africa...

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