Eurokrise Reiche sollen für Staatsschulden bluten

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Die reichsten Deutschen

Wer viel Geld hat, soll blechen: Mit einem spektakulären Vorschlag wollen Berliner Wirtschaftsforscher die Eurokrise in den Griff bekommen. Demnach sollen reiche Bürger dabei helfen, die europäischen Staatsschulden zu finanzieren.

Reiche Bürger könnten unter anderem mit einer Zwangsanleihe die hohen Staatsschulden finanzieren. «Je nach Konsolidierungsfortschritt beim Staat können diese Anleihen dann später zurückgezahlt und auch verzinst werden», schreibt der zuständige Experte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Stefan Bach, in einer Studie, die Handelsblatt Online vorliegt.

Eine andere Möglichkeit sei eine zeitweise Vermögensabgabe («Reichensteuer») für Bürger mit hohen Einkommen, die der Haushaltssanierung zugutekommt. Werde die Zwangsanleihe nicht zurückgezahlt, sei der Effekt ähnlich.

Die Einbeziehung reicher Bürger in den Schuldenabbau könne auch in Deutschland von Nutzen sein, wo die Schuldenquote ebenfalls deutlich über der Maastricht-Grenze von 60 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt liegt, heißt es beim DIW. Steuerpflichtig wären laut der Studie die reichsten acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Für besonders effektiv halten die Forscher die Abgabe jedoch für die Euro-Sorgenkinder. «Gerade für die Krisenländer wären solche Instrumente eine sinnvolle Option, um die durchaus vorhandenen und zum Teil stark konzentrierten Privatvermögen zur Refinanzierung der Staaten heranzuziehen.» Allerdings müssten solche Maßnahmen auch mit Rücksicht auf die politische Akzeptanz schrittweise und eher langfristig umgesetzt werden.

Wohlhabende Bürger könnten dadurch aber auch motiviert werden, sich stärker zu engagieren, argumentieren die Ökonomen laut dem Bericht: «Ferner setzt dies für die zu Abgaben herangezogenen Personen Anreize, sich stärker um die fiskalische und wirtschaftliche Gesundung ihrer Länder zu kümmern.»

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (26) Jetzt Artikel kommentieren
  • marty
  • Kommentar 26
  • 20.07.2012 17:53

Das kennen wir ja schon. Viel Geld hat dann der der mehr als 1000 Euro pro Monat verdient. Ab 4000 Euro wird dann eine Bemessensgrenze eingeführt, d.h. Jeder der mehr verdient brauch dann nicht mehr proportional mehr zu zahlen. So bleibt die Last bei allgemeinen Volk und die Millionäre zahlen nur Peenuts.

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 25
  • 17.07.2012 13:53
Antwort auf Kommentar 2

Das ist auch mein Vorschlag, zusätzlich belasten wir dann reiche Italiener, Spanier, Griechen etc mit einer Zwangsabgabe. Was soll den schon passieren, wenn diese Pigs pleite gehen? Ganz einfach diese Staaten stellen dann ihren Schuldendienst ein und die Besitzer der Anleihen müssen die Zinsen abschreiben - Bankenpleiten. Eine Bank die jetzt noch kein Risikomanagement diesbezüglich aufbauen konnte hat dann pech gehabt. Ausserdem kann man mit Zentralbankgeld eine Reichensteuer umgehen und so Geldentwertung herbeiführen- gleiches ergebnis, nur der Hausbesitzer ist fein raus...

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  • hpklimbim
  • Kommentar 24
  • 17.07.2012 08:22
Antwort auf Kommentar 23

Sie bestätigen die von mir schon wiederholt gemachte Feststellung, dass ein Teil der User, zu denen Sie auch gehören, generelle Probleme mit Meinungen anderer Kommentatoren hat, die von ihrem Klischeebild abweicht. Die werden dann schnell als rechtsrandig eingestuft und damit diskriminiert., damit der Schmalspurgeist des Ausrichtenden nicht überfordert wird. Was haben Sie gegen eine demokratische Grundeinstellung ohne jegliche radikale Orientierungen, gebündelt mit dem Gedanken zur Leistungspflicht eines jeden Einzelnen zum Wohle der Gemeinschaft?

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