Keine Lust auf Aktien Börsenschreck Facebook

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Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
Der Handelsauftakt des Internetriesen Facebook an der Wall Street glich einem Fiakso: Viel zu hoch gehandelte Aktien bescherten Kleinanlegern herbe Verluste und zogen Entschädigungsklagen nach sich. Die Stimmung an der Börse hat sich seither deutlich abgekühlt.

Man muss kein Finanzexperte sein, um zu erkennen, dass der Facebook-Börsengang alles andere als zufriedenstellend verlaufen ist. Erst die technischen Probleme zum Aktienstart, wegen derer lange Unklarheit darüber herrschte, welche Kauf- und Verkaufaufträge nun tatsächlich eingegangen waren. Dann der viel zu hohe Ausgabepreis von 38 Dollar pro Aktie, der zum Start nur durch Stützungskäufe gehalten werden konnte. Nach nur drei Tagen hatten Anleger 18 Prozent ihres Geldes verloren.

Noch immer liegt die Facebook-Aktie weit unter den Erwartungen, sie steht bei knapp 32 Dollar, hat ihr größtes Tief wohl aber überwunden. Das zumindest glauben jene Banken, die Facebook im Mai an die Wall Street gebracht hatten. Erst 40 Tage nach dem Börsengang -  so lange dauert die Frist die offizielle Schweigepflicht zu frisch gelisteten Aktien - durften sie ihre Analysen öffentlich machen.

Diese geben preis, dass der Hype rund um den größten Börsengang eines Internetunternehmens vor allem eines war: ein Hype eben. Unter den Finanzhäusern habe niemand mit einem großen Kurssprung gerechnet. Sie preisen Facebook bei 37,71 Dollar pro Aktie an, liegen damit knapp unter dem Ausgabepreis und holen jene Beobachter auf den Boden der Tatsachen zurück, die mit einem Anstieg auf 45 Dollar gerechnet hatten.

Die Zukunftsprognosen der Banken fallen durchweg positiv aus, auch wenn ihre Sicht auf die Kursentwicklung mit Werten zwischen 25 und 45 Dollar deutlich schwankt. Wo sich das soziale Netzwerk einpendelt, wird von seiner künftigen Werbestrategie abhängen. Denn trotz der 900 Millionen Nutzer, die sich auf Facebook tagtäglich austauschen, sind die Reichweite der Anzeigen und der damit verbundene Umsatz noch immer mickrig: 2011 waren es gerade einmal 3,7 Milliarden Dollar. Und das bei einem börsennotierten Firmenwert von 100 Milliarden Dollar.

So wenige Börsenneuzugänge wie selten zuvor

Dem Börsenklima hat die Facebook-Schlappe trotz aller Beschwichtigungen für die Zukunft einen ordentlichen Dämpfer versetzt. Wie das Handelsblatt berichtete, ging die Zahl der Börsengänge an der Nasdaq, wo Facebook debütierte, und der New York Stock Exchange im zweiten Quartal um 50 Prozent auf elf zurück. Dafür sei aber nicht nur der Flop des sozialen Netzwerkes, sondern auch die europäische Schuldenkrise verantwortlich, so die Erklärung.

Mark Zuckerberg und Co.
Jung, innovativ und steinreich
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In den USA ging im Juni der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge nicht eine einzige Firma an die Börse. Weltweit sank die Zahl der IPOIPO steht für Initial Public Offering und heißt so viel wie erstmaliges öffentliches Angebot. Bezeichnet wird damit das Börsendebüt eines Unternehmens. -Projekte von 173 im April und Mai auf nur noch 33 im Juni. Ob der deutsche Chemiekonzern Evonik, Siemens-Tochter Osram oder der Rüstungskonzern Rheinmetall - auch deutsche Unternehmen halten sich zurück und schieben ihre Börsenpläne auf die lange Bank. Zu groß ist die Angst vor geringen Erlösen, die dem Wert der eigenen Marke nicht gerecht werden.

Im Falle von Facebook war es umgekehrt: Mit überbewerteten, viel zu teuren Aktien wurden vor allem Kleinanleger verprellt. Während die beteiligten Banken ausgewählte Investoren davor gewarnt haben sollen, dass die Aktie nicht wie erwartet steige, und so Stornierungen und schnelle Verkäufe forcierten, verloren Privatleute Unsummen. Viele von ihnen reichten Klage ein, hoffen auf eine Entschädigung. Die drei großen Investmentbanken Morgan Stanley, JPMorgan und Goldman Sachs könnten also noch ordentlich zur Kasse gebeten werden.

Nasdaq hat wegen besagter technischer Fehler bereits eine millionenschwere Entschädigung angekündigt. Aufgrund der Unregelmäßigkeiten beim Handelsauftakt von Facebook will die US-Börsenaufsicht SEC Reformen angehen. Mark Zuckerberg dürfte all das wenig interessieren. Er ist seine überpreisten Aktien los, den Erlös kann ihm keiner mehr nehmen. Ein von vornherein niedrigerer Kurs der Facebook-Papiere wäre für ihn ein Verlustgeschäft gewesen, dass nun die Kleinanleger tragen müssen.

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phs/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • nbcjptgzt
  • Kommentar 2
  • 09.02.2013 19:57

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  • Morrie
  • Kommentar 1
  • 08.02.2013 04:57

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