Sa., 25.05.13

Geldanlage Investition ins grüne Gewissen

Grünes Investment: Nachhaltige Anlagemöglichkeiten werden beliebter. Vor einer Entscheidung sollten Verbraucher mehrere Produkte vergleichen. (Foto)
Grünes Investment: Nachhaltige Anlagemöglichkeiten werden beliebter. Vor einer Entscheidung sollten Verbraucher mehrere Produkte vergleichen. Bild: dpa

Bei einer Geldanlage zählt vor allem eine gute Rendite. Doch immer mehr Anleger möchten ihr Geld nicht nur in sicheren Händen wissen, sondern wählen Modelle, die auch soziale und ökologische Themen unterstützen. News.de verrät, worauf Sie bei Green Investments achten müssen.

Wer sein Geld «grün» anlegen möchte, dem stehen ebenso wie anderen Kunden vielfältige Möglichkeiten offen. Fast alle Geldanlagen gibt es auch in der Öko-Variante: Sowohl bei Aktien, Sparbüchern und Direktanteilen als auch bei Festgeldanlagen und Versicherungen gibt es neben Standardangeboten die Option, parallel zur Investition des Ersparten Sozial- und Umweltprojekte zu unterstützen. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen beziffert das durchschnittliche jährliche Wachstum bei nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland inzwischen mit 30 Prozent.

Eine Investition in Aktien eines nachhaltig und ökologisch wirtschaftenden Unternehmens kann ebenso viel Tragweite haben wie die Investition in eine Solaranlage auf dem eigenen Dach oder das Anlegen eines Spar- oder Girokontos bei einer grünen Bank. Mit den Finanzeinlagerungen ermöglichen die nachhaltigen Banken so Kredite für ökologische, kulturelle oder soziale Projekte. Diese Angebotsvielfalt ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass es keine feste Definition für nachhaltige Geldanlagen gibt.

Wie sicher sind nachhaltige Investitionen?

Trotzdem haben mehr als die Hälfte aller Bundesbürger nach wie vor Bedenken, was Investitionen in Öko-Fonds angeht. Verringert sich die Sicherheit der Anlage, je mehr auf ökologische Aspekte geachtet wird? Sind die Renditen annehmbar? Ebenso wie bei herkömmlichen Finanzgeschäften gilt: Eine ausführliche Recherche ist Pflicht, bevor sich Verbraucher für eine Anlageform entscheiden.

Denn grüne Investitionen sind nicht automatisch sicherer als eine Standardgeldanlage. Es gibt ebenso riskante Angebote wie Anlagen, die relativ sicher sind. Experten raten beispielsweise von geschlossenen Fonds ab, die sowohl in der Standard- als auch der Öko-Version das Risiko eines Totalausfalls bergen. Bei den meisten Angeboten liegen die Renditeaussichten zwar unter denen bei einer Direktbank, bringen dem Verbraucher aber dennoch Gewinn.

Streuung mindert das Risiko

Wer sein Erspartes risikoarm anlegen möchte, setzt meist auf eine Streuung und investiert in mehrere Branchen. Bei einer grünen Geldanlage ist das schwieriger - eine Investition in Umweltschutz ist oft auf eine Branche beschränkt. Damit steht und fällt die Rendite mit der Branchenentwicklung. Zudem bieten vorrangig kleinere Betriebe Investitionsmöglichkeiten an - international agierende Konzerne, die das Risiko für Anleger durch Streuung geringer halten können, sind oft noch nicht beim Punkt Nachhaltigkeit angekommen. Laufen die Geschäfte jedoch gut, können risikobereite Anleger mit Investitionen in Nachhaltigkeit einen überdurchschnittlichen Gewinn erzielen.

Eine Möglichkeit, das Risiko zu mindern: Halten Sie Ausschau nach zusätzlichen Investitionsmöglichkeiten im Ausland oder erweitern Sie den Rahmen. Neben einer Geldanlage im Bereich erneuerbare Energien ist beispielsweise eine Investition in einen Maschinenbaukonzern denkbar, der energiesparende Leuchtmittel produziert. Hier sind die Renditeerwartungen aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach den Produkten gut und sorgen so für Sicherheit beim Anleger.

Das verbirgt sich hinter «Best-in-Class»-Fonds

Wird ein Investitionspaket mit dem Label «Best-in-Class» beworben, klingt das zunächst vielversprechend. Zwar wird hier das Geld des Anlegers in verschiedene Branchen investiert, was das Risiko für den Kunden mindert. Wer jedoch konsequent ökologisch, sozial und ethisch investieren möchte, sollte genau hinschauen. Oftmals sind in «Best-in-Class»-Fonds auch Aktien von Unternehmen enthalten, die Atomenergie und Rüstungsindustrie unterstützen. In die Öko-Fonds kommen die Unternehmen nur, weil sie im Vergleich mit direkten Branchenkonkurrenten am nachhaltigsten agieren und so «Klassenbeste» werden. Anleger sollten deshalb auf die Ausschlusskriterien eines Fonds achten - so können Sie sichergehen, dass Ihr Geld zum Beispiel nicht bei Firmen landet, die Tierversuche durchführen oder Kinderarbeit tolerieren.

Unwissenheit auf Beraterseite

Verbraucherschützer raten dennoch dazu, lieber zu viel als zu wenig zu vergleichen und sich mit Informationen einzudecken. Immerhin handelt es sich um eine Geldanlage, die weder in konventioneller noch in grüner Form auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Ebenfalls ratsam: Fragen Sie Ihre Bank gezielt nach nachhaltigen Angeboten. Ein Großteil der Berater ist Experteneinschätzungen zufolge mit Green Investments nicht ausreichend vertraut. Deshalb werden nachhaltige Investitionsoptionen in Beratungsgesprächen oft nicht von Kundenberatern erwähnt, sofern der Kunde sich nicht direkt danach erkundigt. Ihr Berater belächelt Ihre Nachfrage nach grünen Investitionen? Dann suchen Sie sich lieber einen neuen Kundenbetreuer - die Verbindung von sozialem Engagement, Umweltschutz und Geldanlage ist kein Nischenthema mehr, das sollten auch Banker inzwischen wissen.

loc/sca/news.de

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