Fußball-EM 2012 Die Millionenschlacht der Sportausrüster

Nationalelf
Die Tops und Flops der DFB-Trikots

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wird nicht nur auf dem Platz, sondern auch am Ladentisch entschieden. Vor allem die Sportartikelgiganten Adidas und Nike führen einen millionenschweren Zweikampf um die Gunst der Fans.

Eine Million Trikots mit dem Adler auf der Brust. So viele Shirts der deutschen Nationalelf sollen nach dem Willen von Ausrüster Adidas während der Europameisterschaft über den Ladentisch gehen. Bei einem stolzen Einzelpreis von 80 Euro entspricht dies einem Brutto-Erlös von 80 Millionen Euro - allein für die Hemden der deutschen Kicker.

Das Trikot-Geschäft ist nur ein kleiner Teil vom riesigen Merchandisingkuchen, den sich bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine vor allem vier Ausrüster untereinander aufteilen. Die Sportartikelhersteller Adidas, Nike, Umbro und Puma zeichnen sich für die Bekleidung der teilnehmenden Nationalteams verantwortlich - und lassen sich das viel Geld kosten. Allein die 16 EM-Teilnehmer kassieren insgesamt jährlich 190 Millionen Euro dafür, dass sie mit dem Logo des Herstellers auflaufen, wie eine Analyse des Forschungs- und Beratungsunternehmens Sport+Markt und der Agentur PR Marketing ergab.

Ein Millionengeschäft, das sich lohnt. Vor allem für das Unternehmen, das den künftigen Europameister unter Vertrag hat. Die besten Chancen dürften die beiden Großen der Branche haben. Adidas rüstet sechs der qualifizierten EM-Teams aus, darunter Spanien und Deutschland. Nike entwirft die Dresses für fünf Mannschaften, unter anderem für die deutschen Gruppengegner Niederlande und Portugal.

Die ewigen Rivalen

Nicht nur vor den europäischen Fernsehern, sondern auch in den Chefetagen im fränkischen Herzogenaurach und in Beaverton, Oregon, herrscht deshalb während der EM eine gespannte Erwartungshaltung. Adidas und Nike liefern sich seit Jahren einen harten Zweikampf um die Vormachtstellung auf dem Fußball- und Sportmarkt. Großereignisse wie Welt- und Europameisterschaften oder Olympische Spiele verheißen finanziellen Reibach und sorgen für Umsatzsprünge.

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Welch gigantische Beträge die Branchenriesen für den Fußball in die Hand nehmen, zeigt allein der Kampf um die deutsche Brust. 25 Millionen Euro pro Jahr erhält der DFB von Ausrüster Adidas - und hätte locker doppelt so viel kassieren können. Konkurrent Nike bot dem Deutschen Fußball Bund 2011 kolportierte 500 Millionen Euro für acht Jahre. Der verlängerte - auch aus Traditionsgründen - lieber mit Adidas.

Millionen für möglichst bunte Treter

Als offizieller Ausrüster von Welt- und Europameisterschaften lässt sich das deutsche Traditionsunternehmen mit den drei Streifen seine Vormachtstellung bei König Fußball einiges kosten. Millionenbeträge fließen für das exklusive Sponsoring an Fifa und Uefa. Dafür darf Adidas unter anderem den offizielen EM-Ball «Tango 12» stellen.

Hinzu kommt die Ausstattung einzelner Spieler. Denn während die Leibchen Sache der Verbände sind, können die Spieler ihre Schuhe selbst vermarkten. Bis zu sechs Millionen Euro im Jahr kassieren Stars wie Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm von den Herstellern, wie Andreas Ullmann, Senior-Berater bei Sport+Markt, berichtet. Dafür stecken die Sportartikelhersteller «etliche Millionen» in die Entwicklung der Schuhe und Kleidung sowie in die Betreuung der Stars. Mit möglichst bunten Exemplaren wollen die Hersteller den EM-Fans ins Auge fallen.

Egal ob in Adidas- oder Nike-Tretern: Entschieden wird über den Europameister auf dem Platz. Und sollte es bei der EM zu einer Neuauflage des letzten Euro-Finals zwischen Spanien und Deutschland kommen, Nike-Aushängeschild Mesut Özil aber die Deutschen zum Europameistertitel schießen, wären wohl beide Rivalen hochzufrieden. Von den deutschen Fans ganz zu schweigen.

kru/news.de/dapd

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