Das Google-Imperium So mächtig ist der US-Riese

Seit 2004 steht das Wort googeln im Duden. Doch was ist Google eigentlich und wie verdient der US-Konzern sein Geld? News.de zeigt, wie Sergey Brin und Larry Page eine Garagenfirma zum mächtigsten Internet-Unternehmen machten. Obwohl sie sich zunächst nicht mochten.

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Wie entstand Google?

In der Studienzeit an der Stanford University konnten sich Sergey Brin und Larry Page angeblich nicht besonders gut leiden. Und doch hatten sie ein gemeinsames Interesse. Die beiden Informatikstudenten suchten Mitte der 1990er Jahre nach einer Möglichkeit, aus der Informationsflut des Internets das herauszufiltern, was man wirklich sucht. Ein Jahr nach ihrer ersten Begegnung gründeten Brin und Page 1996 die Suchmaschine BackRub, benannt nach Backlinks (externe Links, die auf eine Seite verweisen). Sie verfolgten das Konzept, dass die Suchergebnisse nach Relevanz und der sogenannten Linkpopularität, also der Anzahl an Backlinks, sortiert werden. Zwei Jahre später, am 4. September 1998, wurde BackRub in Google umbenannt. Unter kuriosen Umständen.

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Wie kam es zu dem Namen Google?

Den Namen hat Google seinem ersten Investor zu verdanken. Nachdem Brin und Page bereits fieberhaft nach finanziellen Unterstützern für deren Idee gesucht hatten, erschien auf einer Präsentation im August 1998 plötzlich ein Mann namens Andy Bechtolsheim. Der deutschstämmige Unternehmer und Gründer von Sun Microsystems überreichte den beiden einen Scheck über 100.000 US-Dollar und trug als Empfängernamen Google Inc. ein. «Wenn der Scheck Google Inc. sagt, dann sind wir ab jetzt Google Inc.», soll einer der späteren Gründer gesagt haben. Kurze Zeit später wurde die Kapitalgesellschaft (Corporation) Google Incorporated ins Leben gerufen.

Wie wurde Google zur Suchmaschine Nummer eins?

Die weiteren Geldgeber ließen sich nicht lange auf sich warten. Und so schlugen die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page mit einem Kapital von knapp einer Million Dollar das erste Hauptquartier in Menlo Park, Kalifornien, auf. Damals noch in der Garage eines Freundes. Noch in der Beta-Version wurden bei Google angeblich 10.000 Suchanfragen pro Tag registriert. 1999 sollen es bereits 500.000 Anfragen gewesen sein. Das Unternehmen war mittlerweile in sein erstes Büro nach Palo Alto umgezogen und hatte acht Mitarbeiter. Und bereits Mitte 2000 wurde Google mit mehr als einer Milliarde indexierter Seiten zur weltweiten Suchmaschine Nummer eins und gab diese Position seitdem nicht mehr ab. Heute hat Google im Bereich der Suchmaschinen weltweit einen Marktanteil von etwa 80 Prozent, in Deutschland sind es laut aktuellen Studien sogar über 90 Prozent. Aus den acht Mitarbeitern von damals sind mittlerweile über 32.000 geworden (Stand: 2011).

Wie wurde Google zum Softwaregiganten?

Auch wenn sich das schlichte Design der Google-Startseite bis heute nicht wesentlich geändert hat: Google ist heute viel mehr als eine Suchmaschine, nämlich ein internationaler Softwareriese, der mit seinen Datenzentren so viel Strom wie eine Großstadt verbraucht. Ab Beginn des 21. Jahrhunderts begann der US-Konzern damit, verschiedene Firmen aufzukaufen und seine Produktpalette kräftig zu erweitern. Prominente Zukäufe waren Applied Semantics (Technik für Google Adsense), Where2 (heute Google Maps), Picasa (heute Google Picasa) und Keyhole (heute Google Earth). Mit Gmail (Google Mail in Deutschland) kam 2004 ein eigener Email-Service auf den Markt, im selben Jahr ging das Unternehmen an die Börse. Der Aufstieg zum Softwareriesen ging auch danach unaufhaltsam weiter. 2005 übernahm Google die Android Inc. und spielte ab 2008 mit seinem Betriebssystem Google Android auch im Bereich der Handys, Smartphones und Tablet-PCs mit. Weitere Meilensteine waren der Kauf der Videoplattform Youtube 2006, der Start des eigenen Browsers Google Chrome 2008, der Onlinegang des sozialen Netzwerks Google+ 2011 und zuletzt die Übernahme des Handyherstellers Motorola.

Wie verdient Google sein Geld?

«Wir werden noch herausfinden, wie man damit Geld verdient», antwortete Google-Investor John Doerr um die Jahrtausendwende noch auf die Frage eines Journalisten, wie die US-Firma profitabel werden wolle. Und Google fand es heraus. Das Stichwort lautet Werbung, mit welcher Google auch heute noch die mit Abstand meisten Einnahmen erzielt. Das Geschäftsmodell kupferten die Gründer Brin und Page bei der Suchmaschine goto.com ab. Die Webseite zeigte damals mit Hilfe einer Eingabemaske für Werbekunden und einem Auktionssystem bereits Werbeanzeigen zu den passenden Suchbegriffen an. Genauso funktionierte ab 2002 auch Google Adwords und spülte von nun mächtig Geld in die Kasse. 2003 ging Google Adsense an den Start, die zweite große Google-Geldquelle. Über diesen Dienst können im Gegensatz zu Adwords Werbeanzeigen außerhalb des Google Netzwerkes auf unzähligen Partnerseiten gebucht werden.

Wie mächtig ist Google heute?

Google ist heute das erfolgreichste und mächtigste Unternehmen des Internets. Mit einem Wert von 107,9 Milliarden US-Dollar (85,9 Millionen Euro) ist der US-Riese laut eines aktuellen Rankings des Marktforschungsinstituts Millward Brown zudem die drittwertvollste Marke der Welt - hinter Apple (183 Milliarden US-Dollar) und IBM (116 Milliarden). Das ist mehr als die wertvollsten drei deutschen Marken Deutsche Telekom, SAP und BMW zusammen. Die Macht von Google war allerdings auch schon einmal größer. Von 2007 bis 2010 lag der US-Riese im Markenranking noch auf Platz eins. Doch im vergangenen Jahr wurde Google von Apple und nun sogar vom Computer-Pionier IBM überflügelt. Dennoch bleibt die Firma, mittlerweile ansässig in Mountain View, Kalifornien, eine Gelddruckmaschine. Im ersten Quartal 2012 strich der Konzern einen Gewinn von 2,9 Milliarden US-Dollar ein. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 10,6 Milliarden. Mit dem Kauf von Motorola für 12,5 Milliarden Dollar setzt man nun zum Großangriff in der Mobilfunksparte und auf Erzrivale Apple an. Denn Google will sich den Titel als wertvollste Marke so schnell wie möglich zurückholen.

phs/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • aleph-news
  • Kommentar 2
  • 28.05.2012 23:35
Antwort auf Kommentar 1

#1 kann ich nur als Witz verstehen. Google verkauft d. Daten seiner Nutzer hinterrücks an Werbefirmen u. macht damit Geschäfte, Apple lässt in Taiwan & China unter ausbeuterischen Bedingungen (bei FOXCON, dem grössten OEM, begingen im letzten Jahr ca. 100 Arbeiter Selbstmord, weil sie dem Arbeitsdruck - u.a. von Apple! - nicht mehr standhielten) produzieren. Wenn sie das zugäben (was nat. betriebsschädigend wäre), würde ich ja nichts sagen, aber es zu verheimlichen, ja zu negieren, u. sich sogar - wie Apple - einen umwelt-freundl. Anstrich zu geben, das ist NICHT seriös!

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  • Sven Forbis
  • Kommentar 1
  • 28.05.2012 14:50

Google ist zusammen mit Apple eines der seriösesten und besten Unternehmen auf diesem Planeten.

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