Mark Zuckerberg Zittern vor dem Facebook-Nerd

Mark Zuckerberg und Co.
Jung, innovativ und steinreich

Von news.de-Redakteurin
Mark Zuckerberg hat seine eigenen Regeln. Das beweist er zum Börsengang von Facebook erneut. Statt diesen an der Wall Street offiziell einzuläuten, feiert er lieber im Heimbüro mit seinen Mitarbeitern eine Software-Sause. Nerd bleibt eben Nerd. Und für den ist die Welt, so wie sie ist, einfach nicht genug.

Er bleibt seinen Wurzeln treu: Den Börsengang von Facebook begoss Mark Zuckerberg nicht etwa mit Champagner auf einer großen Promi-Fete, wie es vielleicht andere Topmanager getan hätten, sondern bei einem sogenannten «Hackathon»Event, bei dem Programmierer und Software-Entwickler neue Projekte anstoßen und entwickeln. in der kalifornischen Firmenzentrale. Er eröffnete den Handel also nicht wie üblich persönlich in New York. Stattdessen feierte der Facebook-Gründer mit seinen Mitarbeitern in einer nächtlichen Sause mit viel Kaffee und Musik, während neue Software programmiert wurde.

Das ist bezeichnend für Zuckerberg, der sich nicht viel aus Etikette macht und damit jüngst so manchen Börsianer erzürnte. Doch die werden sich mit den Eigenheiten des Multimilliardärs abfinden müssen. Zuckerberg hat seine eigenen Gesetze und die funktionieren ganz gut. Seine Mitarbeiter stehen geschlossen hinter ihm und Facebook trotz aller Risiken, die mit dem Börsengang verbunden sind, kurz davor, die Milliardenmarke bei den Nutzern zu knacken. Sie machen den eigentlichen Wert des Unternehmens aus, der mittlerweile mit über 100 Milliarden Dollar beziffert wird.

Trotz oder gerade wegen dieser beachtlichen Vormachtstellung im sozialen Netz nimmt Zuckerberg die Außenseiterrolle, die er schon während seines Harvard-Studiums hatte, bis heute gerne ein. Ja, er pflegt sie regelrecht und ist damit der Prototyp einer jungen Generation von Firmenchefs, die sich passend zu ihrem Metier des Web 2.0 das «Nerdige», das diesem Kosmos anhaftet, auch über die erste Million und schließlich die erste Milliarde hinaus bewahren. Sie brechen mit der gestriegelten Optik und der glattgebügelten Rhetorik der alten Garde von Wirtschaftsbossen. Und das ist gut so, denn auch bewährte Marktregeln brauchen irgendwann neue Impulse.

Doch bei aller sympathisch anmutenden Unbedarftheit sind die Chefs 2.0 Unternehmer, die nach Geld und Einfluss streben. Beides hat Mark Zuckerberg zweifelsohne - vor allem dank der Freimütigkeit der Facebook-Nutzer im Umgang mit ihren Daten. Diese nutzt er nur zu gerne. Schließlich hat er das Bedürfnis, alles von sich preiszugeben, überhaupt erst soweit kultiviert, um die Vision einer offeneren und vernetzteren Welt voranzutreiben. Ohne Rücksicht auf Datenschutzstreitereien und Boykottdrohungen.

Diese mahnen den Erhalt der Privatsphäre an, das Objekt der Begierde auf Facebook. Dort gilt: Wissen ist Macht, und unser Unwissen über das, was das soziale Netzwerk von uns weiß, ist eine noch viel größere Macht für Zuckerberg. Allerdings sind sich wohl die wenigsten seiner über 900 Millionen virtuellen Anhänger ihrer Rolle auf dem digitalen Marktplatz wirklich bewusst. Solange das so bleibt, wird sein lukrativer Traum von uneingeschränkter Transparenz weiterleben.

Facebook-Gründer
Hi, mein Name ist Mark Zuckerberg
Video: zij/news.de

ham/news.de

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