Arbeitsmarkt Rekordarbeitslosigkeit in Europa

Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,963 Millionen (Foto)
Die Arbeitslosenquote in Deutschland sank im April um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent. Bild: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April dank des Frühjahrsaufschwungs auf unter drei Millionen gesunken. Völlig anders gestaltet sich die Lage in Europa: Noch nie waren in den Euro-Ländern so viele Menschen ohne Job.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April dank des Frühjahrsaufschwungs um 65 000 auf 2 963 000 gesunken. Damit waren 115 000 Menschen weniger auf Jobsuche als noch vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 7,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 7,3 Prozent gelegen.

«Auf dem Arbeitsmarkt hält die positive Grundtendenz an, obwohl die Konjunktur zuletzt an Schwung verloren hat», erläuterte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. «Insbesondere die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegen weiter deutlich im Plus.»

Bedenkliche Lage in Spanien

Ganz anders ist die Lage in Europa: Noch nie waren in den Euro-Ländern so viele Menschen ohne Job. Im März hatten 17,36 Millionen Arbeitnehmer keine Stelle - ein neuer Negativrekord in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung. Das geht aus Zahlen hervor, die die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg veröffentlicht hat.

Bewegung 15. Mai
Spaniens Jugend ist wütend
Plaza Catalunya (Foto) Zur Fotostrecke

Die Arbeitslosenquote in den 17 Euro-Ländern betrug 10,9 Prozent - auch das war ein Höchstwert seit der Euro-Einführung. Zuletzt war die Lage am Arbeitsmarkt im Frühjahr 1997 ähnlich schlecht gewesen. Am schlimmsten ist die Situation derzeit im krisengeschüttelten Spanien.

Arbeitskräftenachfrage lässt nach

Nicht so gut sieht auch die Entwicklung bei der Arbeitskräftenachfrage in Deutschland aus: Der Index der Bundesagentur, der die Zahl der offenen Stellen erfasst, war im April zum ersten Mal seit langem zurückgegangen. Aktuell seien dennoch 499 000 Arbeitsplätze als unbesetzt gemeldet, betonte die BA - ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 38 000.

Die nachlassende positive Wirkung der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt zeigt sich auch in den saisonbereinigten Zahlen: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl stieg im April um 19 000 auf 2,875 Millionen, wobei der Zuwachs in Gänze auf Westdeutschland entfiel.

Grund für den Anstieg sei zum einen der geringere Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs, erläuterte die BA. Auch habe der Stichtag für die Zählung in den Osterferien gelegen; viele Betriebe nähmen geplante Einstellungen aber erst nach den Ferien vor. «Die konjunkturellen Kräfte haben diese beiden Einflüsse auf die Arbeitslosigkeit nicht kompensieren können», räumte die BA ein.

Hartz IV
Was den Empfängern zusteht
Agentur für Arbeit (Foto) Zur Fotostrecke

wam/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Wutbürger
  • Kommentar 1
  • 08.05.2012 13:14

Grund für den Anstieg ist der Anstieg der Weltbevölkerung, gepaart mit der Maschinisierung der Fabriken und dem Zwang der Unternehmen ständig die Profite zu erhöhen, zusätzlich noch gepaart mit anderen Gründen. JA und auch zu wenig Sklavenjobs können der GRUND sein, liebe BA.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig