Recht Taxifahrer und Gast dürfen keinen Festpreis vereinbaren

Frankfurt/Main - «Für zehn Euro zum Hauptbahnhof?» Taxigäste wissen gern, was sie am Ziel erwartet. Auch wenn an deutschen Taxiständen immer wieder Festpreise vereinbart werden, so ein Deal ist rechtlich verboten.Vor der Fahrt mit dem Taxifahrer einen Festpreis zu vereinbaren, ist illegal.

Taxifahrer und Gast dürfen keinen Festpreis vereinbaren (Foto)
Taxifahrer und Gast dürfen keinen Festpreis vereinbaren Bild: dpa

«Der Taxipreis ist ein verbindlich, behördlich festgeschriebener Preis, der im sogenannten Pflichtfahrgebiet gilt», sagt Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP). Die Endsumme dürfe weder über dem vorgeschriebenen Tarif liegen noch darunter.

Lässt sich der Fahrer auf einen Festpreis ein, sei das Betrug, warnt Grätz. «Gegenüber den Regeln und gegenüber seinem Unternehmer möglicherweise auch, weil er ganz einfach sagt: "Die Kohle schnapp ich mir selber."» Denn er schalte das Taxameter wahrscheinlich gar nicht erst ein, und die Strecke werde damit offiziell nicht erfasst. «Sie leisten als Kunde dann Beihilfe.»

Das Festpreisverbot gelte allerdings nur für Fahrten innerhalb des Pflichtfahrgebietes. «Sie dürfen einen Festpreis vereinbaren, wenn die Strecke nach außerhalb des Pflichtfahrgebietes führt, etwa von Berlin nach Köln», erklärt Grätz.

Das Pflichtfahrgebiet umfasse immer mindestens das Stadtgebiet. Liege in der Nähe ein Flughafen, zähle der in der Regel auch dazu. Manche Städte geben in der Taxitarifordnung ausnahmsweise Festpreise vor. Das sei zum Beispiel in München bei der Strecke vom Flughafen zur Messe der Fall. «Aber das gibt es selten», sagt Grätz. Sind Fahrgäste unsicher, ob der ihnen angebotene Festpreis legal ist, können sie ihren Fahrer um einen Blick in die Taxitarifordnung bitten. Die müsse er immer dabeihaben.

BZP-Kommentar zu Festpreisen zum Download (pdf)

news.de/dpa

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