2,9 Milliarden Dollar Google macht Rekordgewinn und spaltet Aktie

Von Amir Efrati
Für Google hätte das erste Quartal des Jahres nicht besser laufen können. Der US-Riese fährt einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar ein - 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Macht behält Google durch einen Aktiencoup. Die Anleger sind nicht erfreut.

Google bleibt eine Gelddruckmaschine. Im ersten Quartal strich der US-Internetkonzern einen Gewinn von unterm Strich 2,9 Milliarden Dollar ein (2,2 Milliarden Euro) - das sind 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Dieses Kunststück gelang Google, obwohl das Unternehmen kräftig in neue Produkte und Mitarbeiter investiert hat. «Google hatte ein weiteres großartiges Quartal», erklärte Mitgründer und Konzernchef Larry Page am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die «großen Wetten» auf das Handy-Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die Videoplattform Youtube hätten sich ausgezahlt. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Google behält das Geld und die Macht

Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. Der Großteil der Einnahmen stammte dabei wie gehabt aus der Werbung im Umfeld der Suchmaschine. Google ist hier Marktführer vor Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und dem mit Microsoft verbündeten Internet-Urgestein Yahoo.

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Auf den hohen Kurs seiner Anteilsscheine und auf Forderungen von Aktionären nach einer Dividende reagiert Google mit einem Aktiensplit. Mit dem Schritt sichern sich die Gründer Page und Sergey Brin die Kontrolle über den Internetkonzern und halten zugleich die riesigen Barreserven im Unternehmen.

«Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins»

Die bisherigen Aktieninhaber sollten für jede gehaltene Aktie ein zusätzliches neues Papier als Dividende erhalten, kündigten die beiden Google-Gründer in einem Brief an. Dies sei «faktisch ein Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins».

Da die neuen Aktien nicht stimmberechtigt sind, behalten Page und Brin die Kontrolle über ihre Schöpfung. Sie und Verwaltungsratschef Eric Schmidt kontrollieren gemeinsam 70 Prozent der Stimmrechte, da sie Aktien halten, die mit zehn Mal so vielen Stimmrechten ausgestattet sind wie die Anteile, die die meisten Investoren besitzen. Jetzt kommt eine dritte Aktienkategorie hinzu.

Google plant keine größeren Zukäufe

Die Investoren bekommen somit kein Bargeld ausgezahlt, sondern müssen sich mit Aktien begnügen. Das erlaubt es Google, die Barreserven von 49 Milliarden Dollar (37,2 Milliarden Euro) im Unternehmen zu halten. Damit macht Google es anders als Apple: Der Technologiekonzern hatte sich zuletzt entschieden, wieder eine Dividende zu zahlen. Apples Barreserven sind etwa doppelt so hoch wie die von Google.

«Wir beschützen Google vor dem Druck von außen und der Versuchung, zukünftige Chancen dem kurzfristigen Erfolg zu opfern», schrieb Page weiter. Es sei trotz des vielen Geldes allerdings keine größere Akquisition geplant, «nur falls Sie sich das fragen».

Kritik der Anleger am Aktiensplit

Er räumte ein, dass einige Investoren diesen Schritt nicht gutheißen würden. Der Verwaltungsrat habe aber mehr als ein Jahr über diese Maßnahme nachgedacht und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Führung durch die Gründer des Unternehmens im besten Interesse von Google, den Aktionären und den Nutzern sei.

Die Kritik der Anleger an dem Aktiensplit ließ nicht lange auf sich warten: Als einer der ersten äußerte Ryan Jacob, der in seinem Jacob Internet Fonds auch Google-Aktien hält, seinen Unmut. Andererseits habe Google beim Börsengang 2004 unmissverständlich klar gemacht, dass die Gründer langfristig die Kontrolle behalten würden. Solange es dem Unternehmen gut gehe, sei dieses akzeptabel.

Eine Grafik der Gewinneexplosion von Google finden Sie in der linken Spalte. Eine weitere Grafik von Statista zeigt die Gewinnentwicklung seit 2003.

phs/jag/news.de/dapd

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