Finanzierung verwehrt Auffanglösung für Schlecker gescheitert

Es wird vorerst keine Auffanggesellschaften für die 11.200 von Kündigung betroffenen Schlecker-Mitarbeiter geben. Die Finanzierung ist gescheitert. Bayern wird sich nicht an einer Bürgschaft der Länder in Höhe von 70 Millionen Euro für einen Kredit beteiligen.

Die Finanzierung von Auffanggesellschaften für die 11.200 von Kündigung betroffenen Schlecker-Mitarb (Foto)
Die Finanzierung von Auffanggesellschaften für die 11.200 von Kündigung betroffenen Schlecker-Mitarbeiter ist gescheitert. Bild: dapd

Nun scheint alle Hoffnung zerstört: Die Finanzierung von Auffanggesellschaften für die 11.200 von Kündigung betroffenen Schlecker-Mitarbeiter ist gescheitert. Bayern hat am Donnerstag seine Zusage verweigert, sich an einer Bürgschaft der Länder in Höhe von 70 Millionen Euro für einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW zu beteiligen.

«Der bayerische Wirtschaftsminister hat mir mitgeteilt, dass er diese Lösung nicht mittragen wird», sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in Berlin.

Baden-Württemberg hätte 45 Millionen Euro an Bürgschaftsgeldern bei 13 anderen Bundesländern zusammenbringen müssen, um zu verhinden, dass die  Kündigungsschreiben für die Schlecker-Beschäftigten rausgeschickt werden.

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Falsche Hoffnungen geweckt

FDP-Chef Philipp Rösler hat sich hinter seine bayerischen Parteikollegen gestellt. Er hält die Bemühungen Baden-Württembergs um Hilfen für eine Schlecker-Transfergesellschaft für verantwortungslos. «Das Land Baden-Württemberg hat falsche Hoffnungen bei den Schlecker-Beschäftigten geweckt, die jetzt jäh enttäuscht werden», sagte Rösler. Mit verantwortungsbewusster Wirtschaftspolitik habe das nichts zu tun.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht indes gute Vermittlungschancen für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Beschäftigten. «Derzeit gibt es bundesweit 125.000 offene Stellen für Verkäuferinnen», sagte das BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Von Vorteil sei, dass die bisherigen Schlecker-Mitarbeiter über das ganze Bundesgebiet verteilt seien. Die örtlichen Arbeitsagentur seien darauf eingestellt, den Betroffenen rasch eine neue Arbeit zu vermitteln. An größeren Schlecker-Standorten könnten Teams der Arbeitsagenturen direkt in das Unternehmen gehen, um die meist weiblichen Beschäftigten zu beraten, ergänzte Becker.

boi/news.de/dapd

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • JR
  • Kommentar 2
  • 29.03.2012 23:24

Die Sozis in BW haben nicht die Frauen von Schlecker im Visier gehabt, sondern ihre eigen Profilierung. Und die Grünen? - eine Schande bundesweit ohnehin! Respekt vor dem Mut der FDP, die diesmal nicht eingeknickt ist vor dem Plebs.

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  • Max Mustermann
  • Kommentar 1
  • 29.03.2012 20:16

Die Entscheidung ist vollkommen richtig. Bei uns ist ein Arbeitgeber mit 120 Arbeitnehmern pleite gegangen, den Beschäftigten hat auch keiner geholfen. Es kann nicht sein, dass einem großen Unternehmen, das selbstverschuldet pleite geht, geholfen wird und kleineren Unternehmen, die aufgrund von nichtzahlenden Abnehmern pleite gehen, nicht. Man darf keine Unterschiede machen. Für die Frauen tut es mir sehr leid, aber es war auch falsch von der SPD, falsche Hoffnungen zu wecken, die jetzt nicht erfüllt werden. Für Weiterbildung und Jobvermittlung ist das Arbeitsamt zuständig!

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