Schwarzbuch So werden Leiharbeiter ausgenutzt

Studie fordert gleichen Lohn für Leiharbeiter. (Foto)
«Wenn ich höre, was Leiharbeiter berichten, läuft es mir kalt den Rücken herunter», sagt der Vize-Chef der IG Metall. Bild: dpa

Leiharbeiter laufen Gefahr, ihre Würde zu verlieren, prangert die IG Metall an. Eine Million Menschen in Deutschland arbeiten für Zeitarbeitsfirmen, das sind mehr als alle Beschäftigten der Automobilhersteller zusammen. Die Gewerkschaft stellt ihr Schwarzbuch Leiharbeit vor - und droht mit Streik.

Sie werden als Arbeiter zweiter Klasse behandelt und schikaniert. Leiharbeiter verdienen häufig nur die Hälfte dessen, was Werksbeschäftigte bei gleicher Arbeit bekommen. Der Durchschnittslohn liegt bei 7,80 Euro pro Stunde und es fehlt ihnen rechtliche Sicherheit. Dies sind einige Erkenntnisse des Schwarzbuchs Leiharbeit, das die Gewerkschaft IG Metall vorgestellt hat.

Bei einer Umfrage unter Leiharbeitern hat die Gewerkschaft nach eigenen Angaben große Missstände aufgedeckt. «Es gibt einen ganz gravierenden Missbrauch der Leiharbeit», sagte der zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel. «Wenn ich höre, was Leiharbeiter berichten, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Als Leiharbeiter läuft man Gefahr, seine Würde zu verlieren. Das führt zu sozialen und psychischen Verwerfungen», fügte er hinzu.

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Die IG Metall rechnet mit einem anhaltenden Trend zu unsicheren Beschäftigungsverhältnissen und Leiharbeit. Derzeit gebe es rund eine Million Leiharbeiter in Deutschland. «Der Boom der Leiharbeit ist in Deutschland ungebremst», heißt es im Schwarzbuch.

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Gewerkschaft droht mit Leiharbeiter-Streik

Aufgrund der prekären Situation hat die IG Metall nun auch mit Streiks von Leiharbeitern gedroht. «Das wird sich direkt auf die Betriebe auswirken», sagte Wetzel. Werksbeschäftigte würden die Aktionen unterstützen, sagte er.

In der Tarifrunde will die Gewerkschaft in Verhandlungen mit den Leiharbeitsverbänden das Einkommen der Leiharbeiter in der Metall- und Elektrobranche durch einen Branchenzuschlag stärken. Außerdem solle eine Einsatzzulage je nach Betrieb hinzukommen. «Die Tarifrunde mit den Leiharbeitsverbänden könnte besser laufen», sagte Wetzel. Die Arbeitgeberverbände müssten sich bewegen und «mehr Bereitschaft» zu einer fairen Entlohnung zeigen.

iwi/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (68) Jetzt Artikel kommentieren
  • Tina
  • Kommentar 68
  • 31.05.2012 20:33

Leiharbeit sollte nicht unbedingt abgeschafft werden, aber der Stundenlohn sollte mindestens 10 % über dem Lohn der Stammbelegschaft liegen. Ich bin auch Leiharbeiterin und bekomme in dem Betrieb in dem ich arbeite (seit über 38 Monaten der gleiche Betrieb!) mit wie der Preis nach unten gedrückt werden kann, wenn der Disponent undbedingt "verkaufen" will. Dies sollte wirklich gesetzlich verhindert werden, denn das deutet für mich schon ein wenig auf "Sklaverei" hin.

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  • Holdorf Graf von Scharotzky
  • Kommentar 67
  • 04.04.2012 04:35

Ja unbedingt und 400 Euro und Minilohn Jobs auch gleich mit, ich hab auch bereits als 1 Euro und Leiharbeiter Ü 50 Projekt gearbeitet und bin dabei fast gestorben, so kaputt wurde ich da gemacht. Nicht genug das ich bereits 2 Arbeitsunfälle hinter mich hatte. Man wird regelrecht verheitzt und nun Harz 4, nicht genug um zu leben...zu viel um zu sterben... Und die Politiker haben Null Ahnung man ist Sklave nichts anderes !!!

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  • aylak
  • Kommentar 66
  • 03.04.2012 23:01

schuld ist auch bei den gewerkschaften.die haben jahrelang den 3 affen gespielt.erst nach dem rückgang der mitglieder jammern die gewerkschaftsbosse.partein sind sowieso sklaven verkäufer.die haben eigenen volk verkauft und verkaufen es immer.

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