Springende Spritpreise Die Abzock-Tricks der Ölmultis

Morgens ist der Sprit laut ADAC besonders teuer. (Foto)
Morgens ist der Sprit laut ADAC besonders teuer. Bild: dpa

Wer morgens tankt, zahlt drauf. Das hat der ADAC ermittelt und zürnt den Ölmultis. Preissprünge von zwölf Cent an einem Tag will der Automobilclub beobachtet haben. Er vermutet dahinter eine gezielte Taktik, um Autofahrer abzuzocken.

Der ADAC wirft den Ölkonzernen absichtliches Preiswirrwarr an den Tankstellen vor. Mit «Irrsinnssprüngen» von bis zu zwölf Cent an einem einzigen Tag wollten die Unternehmen die Verbraucher offenbar verwirren, sagte Sprecher Andreas Hölzel. Zudem sei der Sprit typischerweise abends deutlich billiger.

«Für die meisten Autofahrer ist es kaum möglich, bei diesem Preiswirrwarr den Überblick zu behalten und den richtigen Moment zum günstigen Tanken zu erwischen», sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der Bild-Zeitung. «Mit dieser Jo-Jo-Preispolitik kassieren Ölmultis die Autofahrer systematisch ab.»

Spritpreis steigt über Nacht und sinkt am Morgen

Typischerweise geht es dem ADAC zufolge über Nacht mit den Preisen kräftig nach oben. Sprünge von sechs bis zehn Cent seien bei einer aktuellen Untersuchung in elf Städten an der Tagesordnung gewesen. In München habe man sogar 12 Cent registriert. Danach fallen die Spritpreise meist im Tagesverlauf.

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Im Schnitt kostete ein Liter Super E10 abends um 2,6 Cent weniger als am Morgen. Diesel verbilligte sich im Schnitt sogar um 3,3 Cent. Den stärksten Rückgang an einem einzigen Tag verzeichnete der ADAC mit 12 Cent bei Diesel in Bielefeld.

Große Unterschiede zwischen Tankstellen

Teilweise habe man auch große Unterschiede zwischen den Anbietern festgestellt, erklärte der ADAC. Ganz grundsätzlich empfiehlt der Verkehrsclub die Preise zu vergleichen und günstige Gelegenheiten auch dann zu nutzen, wenn der Tank noch nicht ganz leer ist. Die alte Regel, dass der Sprit freitags am teuersten und montags am billigsten sei, gilt dagegen nicht mehr.

Der ADAC hatte eine Woche lang an 33 Tankstellen der Marken Aral, Shell und Jet die Preise analysiert. Dazu wurden sie um 8 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr erhoben. Die Untersuchung fand in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Bielefeld, Bremen, Dresden, Karlsruhe und Neustadt in der Pfalz statt.

Vergangene Woche hatten sowohl Superbenzin als auch Diesel neue Höchstwerte erklommen. Seither sind die Preise wieder leicht zurückgegangen.

iwi/news.de/dapd

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