3.200 Arbeitsplätze Opel-Werk in Bochum droht das Aus

Nervenkrieg bei Opel: Die rund 3.200 Beschäftigten im Bochumer Werk des Autobauers müssen erneut um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Opel-Mutterkonzern General Motors plant angeblich die Schließung von ein bis zwei europäischen Werken. Das Dementi des Vorstands folgte prompt.

Opel-Werk in Bochum steht auf der Kippe (Foto)
Opel in Bochum: Die Angst vor Stellenstreichungen geht wieder um. Bild: dpa

Nach einem Bericht des Wall Street Journal stehen ganz oben auf der Streichliste die Werke in Bochum und im britischen Ellesmere Port. GM wolle so endlich die hohen Verluste in Europa beenden. Dem Bericht zufolge könnten die Planungen bereits in den kommenden Wochen abgeschlossen und dann öffentlich gemacht werden. Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. «An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen,» sagte er am Freitag. Doch fügte er hinzu, Opel müsse auch in Zeiten schlechter werdender Rahmenbedingungen profitabel arbeiten. Der Konzern arbeite an den notwendigen Strategien.

Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf Konzernkreise, General Motors habe bereits durchrechnen lassen, was die Werksschließungen kosten würden. Das Ergebnis: rund 1,5 Milliarden Euro. Diesen Betrag könnten sich die Amerikaner, die im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von rund 5,7 Milliarden Euro machten, ohne weiteres leisten.

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Einenkel: «Wir müssen uns sehr große Sorgen machen»

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel zeigte sich denn auch alarmiert. «Wir müssen uns sehr große Sorgen machen», sagte er im Westdeutschen Rundfunk. Dies gelte aber nicht nur für Bochum. «Es kann auch jedes andere Werk treffen, dass man Werksschließungen nicht nur androht, sondern möglicherweise umsetzt.»

Der Gewerkschafter warnte den Konzern vor derart drastischen Einschnitten. «Ich glaube, wenn man Opel-Werke schließt, dann wird die Marke Opel endgültig den Bach runtergehen», sagte er. Nötig sei viel mehr eine Wachstumspolitik. So könnten in den Opel-Werken Autos für Märkte außerhalb Europas oder für andere Konzerntöchter wie Chevrolet gebaut werden. Außerdem müsse Opel Zugang zu Wachstumsmärkten wie China bekommen.

Opel-Chef: Bestandsgarantie bis 2014

Inzwischen hat der Opel-Vorstand dementiert: Bis 2014 soll es beim angeschlagenen Autohersteller keine Werksschließungen geben. «Wir haben eine klare Standortsicherung bis Ende 2014 und die gilt», sagte Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke der Bild. In der Aufsichtsratssitzung kommenden Mittwoch sollten lediglich Möglichkeiten erörtert werden, das Geschäft profitabler zu gestalten. «Es steht keine Entscheidung zu Werkschließungen auf der Tagesordnung», sagte Stracke.

Lohnkürzungen oder die Streichung von Zulagen wollte Stracke dagegen nicht ausschließen. «Im Moment drehen wir jeden Stein um, um das Unternehmen profitabler auszurichten», sagte er. Und auch für die Zeit nach 2014 sei noch nichts entschieden. «Wir werden uns alle Standorte kritisch ansehen müssen. Aber Bochum baut momentan drei sehr wichtige Produkte für Opel.»

wam/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pazifiko
  • Kommentar 1
  • 11.12.2012 21:21

In einer Schmarotzerrepublik investiert ein Arbeitnehmer viel Geld in ein Auto aus heimischer Produktion um damit zur Arbeit zu fahren zwecks Einkommen für seine Familie und sich sowie nebenbei auch den Staat (Steuerabgaben), und um nach einem Unfall mit Totalschaden auf dem Arbeitsweg keine Steuererleichterung zur Abmilderung noch bestehender Restfinanzierung zu bekommen, während Bezieher von staatlichen Fürsorgemitteln Prämien im Rahmen eines Konsumpaketes zur Förderung der nationalen Wirtschaft erhalten, mit der sie sich letztlich doch nur billige Vehikel aus Niedriglohnländern finanzieren!

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