Ölpest im Golf von Mexiko BP einigt sich mit Klägern auf Entschädigung

Die Deepwater Horizon nach der Explosion und vor dem Untergang. (Foto)
Die Deepwater Horizon nach der Explosion und vor dem Untergang. Bild: dpa

Der große Prozess zwischen BP und Tausenden Klägern ist vertagt, denn man hat sich bereits geeinigt. 7,8 Milliarden US-Dollar wird der Ölkonzern Privatleuten und Firmen zahlen, die von dem Desaster der Bohrplattform Deepwater Horizon betroffen sind.

Das ist das Ergebnis einer Einigung mit einem Steuerkreis von Tausenden Klägern, die gegen BP vor Gericht ziehen wollten, wie der Konzern am frühen Morgen in London mitteilte. Die Zahlungen sollen aus einem Fonds in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar geleistet werden, den BP eigens dafür eingerichtet hat. Eine Einigung mit den staatlichen Stellen in den USA wurde der Mitteilung zufolge noch nicht erzielt.

Am Montag sollte in New Orleans ein Mammutprozess von mehr als 100.000 Klägern gegen BP und andere Firmen beginnen. Der mit dem Verfahren beauftragte Richter Carl Barbier hat ihn nun allerdings verschoben. Die Einigung führe wahrscheinlich dazu, dass sich die Voraussetzungen für den Prozess grundlegend ändern werden, teilte er mit. Der Start des Verfahrens mit Millionen von Prozessdokumenten war ursprünglich bereits für den 26. Februar geplant gewesen und mehrfach verschoben worden.

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Richterin erzielt außergerichtliche Einigungen

Richterin Sally Sushan habe sich mit den Prozessparteien - BP auf der einen, ein Steuerkreis für die Kläger auf der anderen Seite - getroffen. Dabei sei eine Einigung erzielt worden. Diese müsse nun vom Gericht geprüft und bestätigt werden. «Von Anfang an hat BP Anstrengungen unternommen, seine Verpflichtungen zu erfüllen», sagte der Vorstandschef des britischen Unternehmens, Bob Dudley.

«Wir haben jetzt fast zwei Jahre hart gearbeitet, um ihnen nachzukommen», betonte er. «Die vorgeschlagene Einigung bedeutet signifikante Fortschritte zur Lösung aller Probleme des Deepwater-Horizon-Unfalls.» Sie trage auch zur wirtschaftlichen und ökologischen Wiederherstellung der Küste im Golf von Mexiko bei.

Bei dem Unglück im Golf von Mexiko im April 2010 war die Ölplattform «Deepwater Horizon» explodiert. Elf Menschen starben. Geschätzt wird, dass während der 87 Tage, die das Bohrloch offen lag, rund 800 Millionen Liter Öl ins Meer quollen. Betroffene Privatleute, Firmen, Kommunen, US-Bundesstaaten sowie die Zentralregierung in Washington reichten Klagen gegen BP und andere beteiligte Firmen ein.

BP hat für die Folgen der Ölkatastrophe nach eigenen Angaben bereits vor der Einigung 22 Milliarden US-Dollar ausgegeben. 8,1 Milliarden Dollar gingen an Privat- und Geschäftsleute. 14 Milliarden Dollar musste das Unternehmen für Aufräumarbeiten, Geräte und weitere Dinge im Zusammenhang mit dem Unglück zahlen.

iwi/news.de/dpa

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